Ein guter Gastgeber sein : „Darf ich vorstellen?“

Bei einem größeren Fest treffen oft altbekannte auf neue Gesichter. Sollte man sie in großer Runde einander vorstellen? Elisabeth Binder beantwortet die Frage.

Symbolbild. Kerzenleuchter auf einem gedeckten Tisch.
Symbolbild. Kerzenleuchter auf einem gedeckten Tisch.Foto: imago/Karo

Zu einem Mittagessen anlässlich eines runden Geburtstages habe ich rund 50 Gäste eingeladen. Die meisten Gäste kennen sich. Daher würde ich gern in einer kurzen Begrüßung nur die erstmalig teilnehmenden Gäste kurz vorstellen, da mir eine Vorstellung aller Gäste zu lang erscheint. Kann ich dies so machen, ohne dabei jemanden vorzuziehen oder zu benachteiligen? Oder sollte ich besser ganz auf die namentliche Vorstellung einzelner Gäste verzichten? - Anna, kostenorientiert

Gute Idee sucht gute Umsetzung

Auf jeden Fall ist es eine gute Idee, es nicht allein den Gästen zu überlassen, einander kennenzulernen. Ein launiger Spruch, die Erwähnung eines bemerkenswerten Charakterzugs oder auch eine kleine Anekdote helfen, das Eis zu brechen, wenn die Gäste sich untereinander unterhalten. Solche Vorstellungen erhöhen die Chance, dass neue Freundschaften geknüpft werden, und vor allem, dass die Neuen sich nicht wie Fremdkörper fühlen bei der Party. Dieses Gefühl kann man noch optimieren, indem man auch ihnen die Geburtstagsveteranen kurz vorstellt. Ganz einfach ist das nicht, denn so eine Runde darf auch nicht zu lang werden.

Sollten Sie noch Zeit genug haben, notieren Sie sich doch einen Satz zu jedem erprobten Gast. So etwas fällt einem in der Regel immer mal zwischendurch ein, auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder beim Spaziergang am Wochenende. Ihr Smartphone mit Notizfunktion werden Sie ja immer in der Tasche haben. Also schreiben Sie einen Satz zu jedem Gast immer sofort dann auf, wenn er vor Ihrem geistigen Auge erscheint.

Pointierte Formulierungen, die so lustig sind, dass sie vielleicht Gelächter hervorrufen, sind natürlich besonders geeignet. Aber egal wie, Hauptsache auch die neuen Gäste haben eine, wenn auch kleine Brücke als Anknüpfungspunkt für den Small Talk miteinander. Die neuen Teilnehmer dürfen Sie dann gern etwas ausführlicher vorstellen, indem sie zum Namen dazu sagen, wie und wo man sich kennengelernt hat und welche Interessen man miteinander teilt. Was der- oder diejenige beruflich macht, wird die meisten auch interessieren. Nicht jeder gibt das gerne gleich zu Anfang preis. Darüber zu entscheiden, bleibt Ihrem Fingerspitzengefühl überlassen.

Wenn Sie die Vorstellungsrunde in einer ruhigen Stunde mal proben und dabei eine Stoppuhr laufen lassen würden, wäre das kein Fehler. Was Sie in 10 bis 15 Minuten unterbringen können, ist okay. Sind Sie deutlich über der Zeit, sollten Sie sich von einigen Ihrer guten Ideen auch wieder trennen.

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