Firma der Woche: BlueBen : Mode für eine bessere Welt

Bislang geht die Modeindustrie sträflich mit der knappen Ressource Wasser um. Ein Label aus Neukölln zeigt, wie es besser geht.

Hanf, Leinen und Modal. Blue Ben verzichtet auf Baumwolle.
Hanf, Leinen und Modal. Blue Ben verzichtet auf Baumwolle.Foto: Thilo Rückeis

Den Anstoß für Amira Jehia, ein Unternehmen zu gründen, gab die Sorge um die Zukunft: „Wasser wird die Ressource sein, um die wir später Kriege führen werden“, sagt sie. Mit der Modemarke „BlueBen“, die sie gemeinsam mit dem Geschäftspartner Ali Azimi gegründet hat, wollte sie ihren Beitrag dazu leisten, dass es gar nicht erst so weit kommt. Das Unternehmen verzichtet für die Kleidung komplett auf Baumwolle, denn die Produktion eines einzigen Baumwollshirts verbraucht bis zu 2700 Liter Wasser. Ein nicht unerheblicher Teil fließt verschmutzt ins Grundwasser zurück. Kläranlagen zur Wasseraufbereitung gibt es in den Produktionsregionen nur selten. Hinzu kommt der Klimawandel. „Das ist ein Teufelskreis, durch den Millionen Menschen Not leiden“, sagt sie.

Ein Sweater für lokale Projekte

Sie entwickelt gerade ihren eigenen Stoff, der aus Hanf, Leinen und Modal, einer Faser aus Buchenrinde, gesponnen und ausschließlich in Europa produziert wird. „Zusätzlich leisten wir Reparationszahlungen: Pro verkauftem Kleidungsstück gehen zehn Prozent des Gewinns an eine lokale NGO, die Anlagen zur Trink- und Abwasseraufbereitung aufbaut“, sagt Amira. Der Erlös ihres neuen „Blue Sweater“ soll an ein Wasserprojekt in Bangladesch fließen, das Ali letzten September selbst besucht hat. Kreiert hat den Sweater ein Designer von Adidas. Ziel ist, einen ganzen Kleiderschrank voll Basics zu entwerfen.

Noch ist „BlueBen“ auf eine Crowdfunding-Finanzierung angewiesen. Wenn alles nach Plan läuft, soll es den Sweater ab September 2018 im Online-Shop zu kaufen geben.

BlueBen-Gründerin Amira Jehia.
BlueBen-Gründerin Amira Jehia.Foto: privat
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