Firma der Woche: DoctorBox : Patientenakte für die Hosentasche

Mit der DoctorBox sollen Gesundheitsdaten auf dem Smartphone gespeichert werden. Die App erinnert sogar an die Medikamenteneinnahme.

Die Gesundheitsbranche wird immer digitaler. Symbolbild.
Die Gesundheitsbranche wird immer digitaler. Symbolbild.Foto: Patrick Pleul/ZB/dpa

Arztberichte und Befunde muss der Patient heute oft mühsam zusammentragen. Das soll sich mit der Digitalisierung der Gesundheitsbranche nach und nach ändern. Das Berliner Start-up DoctorBox will mit seiner App dazu beitragen. Die Anwender sollen alle Gesundheitsdaten auf dem Smartphone speichern – vom Röntgenbild bis zur Gesundheitskarte. Gefüttert mit genügend Informationen erinnert sie auch an die regelmäßige Medikamenteneinnahme und führt ein individuelles Schmerztagebuch. Außerdem bietet die Timeline der DoctorBox eine chronologische Übersicht über Krankheitsverläufe, Arzttermine und Behandlungen sowie einen Notfallsticker mit integriertem Impfpass und Organspendeausweis.

„Die DoctorBox ermöglicht es den Patienten, ihre gesamte Gesundheitshistorie in der Hosentasche mit sich zu führen und die eigenen Gesundheitsdaten bei Bedarf mit ausgewählten Ärzten zu teilen“, fasst Gründer und Geschäftsführer Oliver Miltner das Modell zusammen.

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Angst um den Schutz sensibler Daten müsse der Nutzer nicht haben, erklärt der niedergelassene Orthopäde und Unfallchirurg. „Für die Unterlagen in der DoctorBox gilt der deutsche Datensicherheitsstandard in zwei verschiedenen Sicherheitsoptionen: ausschließlich lokal auf dem Smartphone oder auf einem CloudServer.“ Die dafür benötigte Anbindung an die Telematik-Infrastruktur und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll voraussichtlich im Dezember 2019 abgeschlossen sein. Wichtig ist ihm auch, zu betonen, dass DoctorBox eine neutrale Anwendung ist, also an keine Krankenkasse, Versicherung oder Klinik- oder Praxis-Software-Anbieter gebunden ist.

Eine Idee aus dem Praxisalltag

Die Idee zur DoctorBox entspringe seinem Praxisalltag, sagt Miltner: Als niedergelassener Arzt sehe er täglich viele Patienten, die lange auf einen Termin bei einem Spezialisten gewartet hätten. Bei einem Drittel der Behandlung fehle allerdings ein wichtiges Dokument, zum Beispiel ein Befund oder ein MRT-Bild. „Dieser Umstand erschwert es erheblich, eine fundierte Diagnose zu stellen. Die Dokumente bei den Kollegen anzufragen, kostet wertvolle Zeit – sowohl meine als auch die des Patienten.“

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Zur Weiterentwicklung des Angebots hat sich DoctorBox kürzlich mit der Noventi Health SE zusammengetan, einem IT-Dienstleister im Gesundheitswesen mit Zentrale in München. Gemeinsam wollen sie die Verbreitung des elektronischen Rezeptes in Deutschland beschleunigen. Dies ist Teil der von der Bundesregierung im April beschlossenen elektronischen Patientenakte.

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