zum Hauptinhalt
Viele Spiele lassen sich auch online spielen - und selbst auf Brettspiele müssen Sie nicht verzichten.

© Freepik (2), Getty Images; Montage: TSP/Schneider

Tagesspiegel Plus

Lockdown ohne Langeweile: Die besten Tipps für den digitalen Spieleabend

Welche Spiele eignen sich besonders gut? Wobei können auch Kinder mitmachen? Die Spieleentwicklerin Anja Wrede gibt Empfehlungen für große und kleine Mitspielende.

Spaß haben mit Freunden – das geht auch online. Mit kreativen Ideen lässt sich die Zeit des Lockdowns leichter überbrücken. Die Berliner Spieleentwicklerin Anja Wrede gibt die besten Tipps für einen digitalen Spieleabend.

Welche Grundregeln sollte ich bei einem digitalen Spieleabend beachten?

Die besten Erfahrungen habe sie mit Spielen mit bis zu acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern gemacht, sagt Anja Wrede – dann könne man alle Mitspielenden noch gut erkennen und bei Bedarf auch noch einen extra Bildschirm für das Spielfeld verwenden.

Außerdem sollte man gleich zu Beginn eine feste Reihenfolge festlegen – die gibt es ja auf dem Bildschirm nicht. Das gehe am einfachsten alphabetisch oder nach Geburtstag, sagt Anja Wrede.

Sie empfiehlt zudem, Spiele auszuwählen, die nicht besonders viel Vorbereitung oder Materialien benötigen. Am einfachsten sei, wenn eine Person das Spiel habe und die anderen sich nur Dinge dazu suchen müssten. Auch von zusätzlichen externen Tools rät Wrede eher ab, weil sie das Spielen unnötig verkomplizierten. Außerdem sollte man die Rollen klar verteilen: Wer hat die Einhaltung der Spielregeln im Blick, wer bewegt die Spielfiguren oder liest die Aufgaben vor? „Es ist tatsächlich viel anstrengender, eine Online-Spielerunde anzuleiten“, sagt Anja Wrede.

Welche Spiele eignen sich besonders gut?

Die meisten Spiele lassen sich auch digital spielen. Selbst Brettspiele kann man über einen extra Bildschirm – etwa über die Handykamera – spielen, bei denen dann eine Person allerdings alle Spielfiguren versetzen muss. „Ich würde, weil man gerade ja oft eh schon so viel am Bildschirm sitzt und redet, immer auch gucken, dass es Spiele sind, bei denen man ein bisschen Quatsch macht oder sich bewegen muss“, empfiehlt Anja Wrede.

So könne man auch, wenn man die Hand heben muss, einfach tatsächlich im Bild die Hand heben, statt digitale Tools zu benutzen. Bei geheimen Absprachen kann auch eine Person tatsächlich den Raum verlassen oder sich vor dem Bildschirm die Augen zuhalten.

Welche Spiele lassen sich online kaum spielen?

Kaum geeignet sind aus Sicht von Anja Wrede Spiele, bei denen es um die Haptik geht, also Dinge oder auch andere Menschen angefasst werden müssen. Schwierig seien aufgrund der unterschiedlichen Übertragungsraten auch Spiele, bei denen es auf die Geschwindigkeit ankommt – wenn alle am Bildschirm durcheinander rufen, lässt sich hinterher kaum feststellen, wer zu langsam war oder wem die Internetverbindung einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Welche konkreten Spieletipps gibt es?

Einfache Ideen für den digitalen Spieleabend sind Klassiker wie „Stadt, Land, Fluss“ – das sich auch als Variante etwa mit Scheidungsgründen, Mordmethoden oder ähnlichem spielen lässt – oder Quiz- und Rätselspiele wie etwa „Black Stories“ und „Tabu“.

Anja Wrede ist Diplomenpädagogin und arbeitet seit 1995 als Spieleentwicklerin. Sie hat über 100 Spiele veröffentlicht, ein Großteil davon für Kinder.

© Privat

Ein Spiel, das sich aus Sicht von Anja Wrede digital sogar einfacher spielen lässt, ist „Bring your own book“. Dabei suchen die Mitspielenden Passagen oder Antworten aus Büchern aus dem eigenen Bücherregal heraus, die zu bestimmten Kategorien und Aufgaben passen. Ähnlich ist auch das Quizspiel „Color Brain“, bei dem Fragen mit farbigen Gegenständen beantwortet werden, die die Mitspielenden einfach in die Kamera halten können.

Richtig gut spielen lassen sich aus ihrer Sicht auch „Just One“, bei dem Begriffe assoziativ von den Mitspielenden beschrieben werden, und „Teamwork“, bei dem zwei Spieler zum Erklärteam werden und im Wechsel einen gemeinsamen Satz bilden.

Was kann man gut mit Kindern spielen?

Viele der bereits genannten Spiele lassen sich so oder in Variationen auch mit größeren Kindern spielen. Ansonsten empfiehlt Anja Wrede auch hier Klassiker, etwa „Kofferpacken“: Nur, dass die Mitspielenden in der digitalen Version tatsächlich auch die Gegenstände für den Koffer zusammensuchen und nach und nach hervorholen können. „Das ist lustig, weil die Kinder dann durch die Wohnung rennen und die Dinge suchen und holen können“, sagt Wrede.

Selbst Spiele wie Memory lassen sich mit einer extra Kamera für das Spielfeld spielen. Dann benötigt man ein Rastersystem, damit die anderen Mitspielenden ansagen können, welche Karten umgedreht werden sollen. Außerdem empfiehlt Wrede Spiele wie „Schiffe versenken“ und den Fundus der Bundeszentrale für politische Bildung, die viele Quizspiele zu verschiedenen Bildungsthemen entwickelt hat.

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
true
isPaid:
true
showPaywallPiano:
false