Grüne Woche in Berlin : Diese Bezirke wählen am grünsten

Kreuzberg bleibt die Hochburg der Ökopartei, Marzahn-Hellersdorf ist Schlusslicht. Merkmal für grün wählende Kieze: Wenig Ältere, viele Ausländer.

Grüngestein. Hans-Christian Ströbele tritt zwar nicht mehr an, doch sein Bezirk wählte trotzdem am grünsten.
Grüngestein. Hans-Christian Ströbele tritt zwar nicht mehr an, doch sein Bezirk wählte trotzdem am grünsten.Foto: Q

Es ist wieder Grüne Woche in Berlin. Das haben wir zum Anlass genommen, um zu schauen, wo die Stadt noch überall Grün ist. Diesmal: die Politik.

Im Geiste grün ist Berlin vor allem in Kreuzberg. Nirgendwo sonst in Berlin haben Bündnis 90/Die Grünen so viele treue Wähler. Zum Beispiel bei der Bundestagswahl 2017. Auch wenn in Pankow unterm Strich mehr Menschen grün wählten, war Friedrichshain-Kreuzberg mit Abstand der Bezirk mit dem höchsten Anteil grüner Stimmen. 21,5 Prozent der gültigen Zweitstimmen wurden hier für die Grünen abgegeben.

Kreuzberg hat noch wesentlich mehr Grünen-Wähler als der große Bruder Friedrichshain. Im Kreuzberger Stimmbezirk 114 rund um die Blücherstraße waren es mehr als ein Drittel der Wähler. Die Grünen steigerten ihr Ergebnis in der Gegend zwischen Gneisenaustraße und Urbanstraße um 3,5 Prozentpunkte im Vergleich zur Bundestagswahl 2013.

Canan Bayram setzte damit die Grüne Welle des Wahlkreises von Christian Ströbele erfolgreich fort. Funfact: Besonders grün wurde in den Kiezen in der Nähe großer Parks gewählt, nahe dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, der Hasenheide und dem Viktoriapark.

Marzahn-Hellersdorf wählt am wenigsten grün

Weniger grün sieht es im Osten der Stadt aus. Lediglich 0,8 Prozent der gültigen Stimmen wurden bei der Bundestagswahl im Wahllokal 106 in Marzahn-Hellersdorf am Geraer Ring für die Grünen abgegeben. Das waren fünf von 626 Stimmen. Der Plattenbau-Bezirk war mit 4,1 Prozent der Zweitstimmen das grüne Schlusslicht der Stadt.

Bei den Abgeordnetenhauswahlen ist die Tendenz ähnlich: Die Grünen erzielten 2016 ihre besten Ergebnisse in Friedrichshain-Kreuzberg: 28,4 Prozent der Zweitstimmen, gefolgt von Mitte (21,3) und Tempelhof-Schöneberg (18,7). Bei den Bezirksverordnetenversammlungen gelten die gleichen Hochburgen.

Die Wahlanalyse des Landesamts für Statistik liefert Anhaltspunkte, welche Eigenschaften die Gebiete teilen, in denen überdurchschnittlich grün gewählt wird: „Wenig Ältere, viele Ausländer, hohe Bevölkerungsfluktuation“. Auch in Bezirken mit vielen Kindern wird stärker grün gewählt.

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