Kunst-Installation auf der U2-Trasse in Schöneberg : 100 Meter Dystopie

Bei der ersten Urban Nation-Installation soll die Trasse der U2 zwischen den Bahnhöfen Bülowstraße und Nollendorfplatz in eine Zeitkapsel verwandelt werden.

Eine Visualisierung des Werkes von Künstlerin Sandra Chevrier.
Eine Visualisierung des Werkes von Künstlerin Sandra Chevrier.Visualisierung: Studio TK

Wie sieht die Zukunft unserer Städte aus? Diese Frage versucht das Urban Nation-Museum in Schöneberg zu beantworten. Bei der ersten Urban Nation-Installation „Robots and Relics: UN-Manned“ soll die Trasse der U2 zwischen den Bahnhöfen Bülowstraße und Nollendorfplatz in eine Zeitkapsel verwandelt werden.

Auf 100 Metern Länge entsteht ein begehbares Kunstwerk, in dem 25 internationale Künstler ihre Zukunftsvisionen präsentieren – und dabei auch Blicke in die Vergangenheit werfen. Besucher laufen an Darstellungen von verlassenen Fabrikhallen und anderen Überbleibseln der modernen Zivilisation vorbei, die längst von der Natur zurückerobert wurden.

Auf dem Weg begegnen ihnen dystopische Mischwesen aus Mensch und Maschine – und die Überreste der Konsumkultur. Da liegt eine Kuh zwischen Plastikmüll, da lösen sich übergroße Werbetafeln im Staub auf.

„Jedes Werk widmet sich auf seine ganz eigene Weise der Idee, wie eine Welt aussehen könnte, in der es um einen Neuanfang geht oder eben ums nackte Überleben“, erklärt Kuratorin Yasha Young. Präsentiert wird das Projekt von der Stiftung Berliner Leben der Gewobag und ist gleichzeitig Teil der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des kommunalen Wohnungsunternehmens, die unter dem Motto: „Zukunft hat Raum“ stehen.

Visualisierung des Werkes von Louis Masai.
Visualisierung des Werkes von Louis Masai.Visualisierung: Studio TK

Mit Installationen, interaktiven Skulpturen, einer Community Wand und Live Performances zeigen Künstler wie „Inti“ aus Chile, Julien de Casabiance aus Frankreich und Vegan Flava aus Schweden Perspektiven auf eine andere Welt. Die Kunstwerke sollen sich um die 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung drehen und Bewusstsein für gerodete Regenwälder, Weltmeere voller Plastikmüll und geschmolzene Eisberge schaffen.

Die große Frage dahinter bleibt das: Was wäre wenn..? „Robots and Relics“ solle diese Frage als Aufforderung und dringliche Bitte in den öffentlichen Raum stellen, sagt Young: „Was, wenn wir gemeinsam unseren Blick in die Zukunft schärfen, um diese schon jetzt zu schützen?“

Zu sehen ist die Installation vom 13. bis zum 15. September, unter der U-Bahntrasse vor dem Urban Nation-Museum, Bülowstraße 7. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos gibt es unter: www.urban-nation.com/de/event/urban-nation-biennale-2019.

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