Nach Datenleck : Neues IT-System für DRK Brandenburg

Daten von Krankentransporten des Roten Kreuzes und Teilnehmern von Erste-Hilfe-Kurse waren frei zugänglich. Der Bundesverband fordert, alle Netzwerke zu prüfen.

Der DRK Bundesverband fordert alle anderen Verbände auf, die Netzwerke zu prüfen.
Der DRK Bundesverband fordert alle anderen Verbände auf, die Netzwerke zu prüfen.Foto: Michael Kappeler/dpa

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Brandenburg will nach Bekanntwerden eines Datenlecks ein neues IT-Sicherheitskonzept entwickeln. Es soll auf Grundlage von IT-Prüfungen ausgearbeitet werden, wie eine Sprecherin am Freitag sagte. Eine externe Firma prüfe derzeit noch, welche Daten genau zugänglich waren und ob Dritte darauf zugegriffen haben. Wie lange das noch dauern sollte, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen.

Das DRK Brandenburg empfiehlt nach Angaben der Sprecherin den betroffenen Kreisverbänden, eine vom Bundesverband zur Verfügung gestellte IT-Software zu nutzen, die die aktuellsten Sicherheitsstandards erfülle. Der Landesverband nutze die Software schon.

DRK Bundesverband äußert sich

Der Bundesverband hat außerdem nach dem Vorfall alle übrigen Verbände aufgefordert, ihre Netzwerke zu überprüfen. Bisher ist unklar, ob noch andere Landesverbände betroffen sind.

Anfang der Woche hatte das DRK Brandenburg die Sicherheitslücken bekannt gemacht. Unter anderem waren über das Anmeldeportal zu Erste-Hilfe-Kursen beim Landesverband persönliche Daten von Teilnehmern abrufbar. Auch die Seiten von drei Kreisverbänden waren betroffen, auf einer waren die Einsatzdaten von mehr als 111.000 Krankentransporten einsehbar. Die betroffenen Internetseiten wurden gesperrt. Wann sie wieder online gehen, war zunächst unklar. (dpa)

Cyberangriff auf Potsdamer Rathaus

Auch bei der Landeshauptstadt Potsdam gibt es Probleme mit der IT-Sicherheit. Nach einem Cyberangriff im Januar war die Stadtverwaltung zeitweise offline. Nach Angaben der Stadt wurden allerdings keine Daten abgegriffen. Noch sind nicht alle Online-Dienste wieder verfügbar, beispielsweise können keine E-Mails empfangen werden, hieß es am Mittwoch von der Stadt.

Bürger sind daher aufgefordert, alle Anträge per Post einzureichen. Auch Kartenzahlung sowie die Online-Terminvergabe ist nach Angaben der Stadt weiterhin nicht möglich. Gedulden müssen sich außerdem noch Bürger, die einen Wohnsitz an- oder ummelden möchten, ihr Fahrzeug außerhalb Potsdam zulassen oder Wohngeld und Bafög beantragen wollen. (dpa)

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