Nach Rücktritt von Florian Graf : Berlins neuer CDU-Fraktionschef wird ...

Bei der Wahl des Fraktionschefs ist Innenexperte Burkard Dregger der einzige Kandidat. Mario Czaja soll Vize werden.

Der CDU-Innenexperte Burkard Dregger im Abgeordnetenhaus.
Der CDU-Innenexperte Burkard Dregger im Abgeordnetenhaus.Foto: Britta Pedersen/dpa

Die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus wählt am Dienstag den neuen Fraktionschef. Innenexperte Burkard Dregger soll es werden, er ist einziger Kandidat. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden soll Mario Czaja, ehemaliger Gesundheitssenator im rot-schwarzen Senat, gewählt werden. Am Nachmittag sitzt die Fraktion im Parlament unter Ausschluss der Öffentlichkeit beisammen. Gewählt wird geheim.

Nachdem Florian Graf, der die Fraktion sieben Jahre lang führte, seinen Rückritt vor knapp zwei Wochen überraschend bekannt gegeben hatte, waren rasch Czaja und Dregger im Gespräch für die Nachfolge gewesen. Bei einem Treffen am vergangenen Dienstag unter der „Moderation“ der CDU-Landesvorsitzenden Monika Grütters, entschieden sie allerdings, dass Czaja zurückstehen und nur Vize werden solle. Zuvor hatten sich einige Kreisverbände der Partei bereits auf Czaja als ihren Favoriten verständigt und die Öffentlichkeit darüber informiert, darunter die Bezirke Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg.

Erhoffte Aufbruchsstimmung

Ein paar dieser Vertreter seien nach seinem Rückzug sauer auf Czaja, heißt es. Einige Abgeordnete hätten sich gewünscht, dass beide als Kandidaten antreten. Parteiintern hält man es jetzt für möglich, dass Czaja bei der Stellvertreter-Wahl ein schlechtes Ergebnis erzielen könnte, weil sich wohl „ein Teil seiner Unterstützer für seinen Rückzug an ihm abarbeiten“ wollen, heißt es.

Czaja selbst blickt dem Gelassen entgegen. „Ich kann verstehen, dass es Enttäuschungen gibt, aber wichtig war mir die gute Mannschaftsaufstellung.“

Für Fraktion und Partei wären schlechte Wahlergebnisse ein Dämpfer für die Aufbruchsstimmung, die man sich durch die Neuausrichtung erhofft. Die als liberal geltende Monika Grütters hat ihren Wunschkandidaten Burkard Dregger durchgesetzt, um mit ihm als Konservativen die Führungsspitze breit aufzustellen. Dregger will seine Themen Integrations- und Sicherheitspolitik nun als Oppositionsführer im Parlament zur „Chefsache“ machen.

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