Nachbar soll aus Habgier gehandelt haben : Tatverdächtiger im Doppelmord von Marzahn festgenommen

Am 29. Februar waren die 38-jährige Homa Z. und ihre Tochter Tajala tot aufgefunden worden. Am Freitag hat die Berliner Polizei den Nachbarn festgenommen.

Ein Wagen der Kriminaltechnik der Polizei steht vor dem Wohnhaus an der Wörlitzer Straße in Marzahn.
Ein Wagen der Kriminaltechnik der Polizei steht vor dem Wohnhaus an der Wörlitzer Straße in Marzahn.Foto: Paul Zinken/dpa

Es war eines der brutalsten Verbrechen Berlins der vergangenen Jahren, nun könnte der Doppelmord von Marzahn vor der Aufklärung stehen. Wie die Polizei am Sonnabend mitteilte, wurde am Freitagnachmittag ein 32-Jähriger in Tiergarten festgenommen. Er sei dringend verdächtig, am 29. Februar eine 38-jährige Frau, sowie deren neunjährige Tochter in ihrer Wohnung in Marzahn mit einem Messer erstochen zu haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Mann um den Nachbarn, der wie die Getöteten afghanischer Staatsbürger ist. Zudem machte die Polizei Angaben zum Motiv. Demnach soll der Mann aus Habgier gehandelt haben, offenbar vermutete er eine große Summe Geld bei der Familie.

Nachdem er die Frau getötet hatte, habe er auch die Tochter erstochen, um seine Tat zu verdecken. Der Ehemann und Vater Ahmad Z. hatte seine Tochter später tot im Badezimmer gefunden und war daraufhin psychisch zusammengebrochen.
Der Fall hatte in der afghanischen Community in Berlin für große Trauer, aber auch Wut gesorgt, nachdem Spekulationen über einen Taliban-Bezug öffentlich wurde. Knapp zwei Wochen nach dem Mord hatten sich mehrere hundert Menschen an einem Schweigemarsch durch Marzahn beteiligt.

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„Wir protestieren, um unsere Trauer und unsere Wut hier zum Ausdruck zu bringen“, heißt es in einer Erklärung des Afghanischen Kommunikations- und Kulturzentrums. Man wolle Druck machen, auch gegenüber Staatsanwaltschaft und Polizei, dass der Mord aufgeklärt werde. Dieser Wunsch könnte nun erfüllt worden sein. Der 32-Jährige wurde der Justiz überstellt, der Untersuchungshaftbefehl sollte ihm noch am Sonnabend verkündet werden.