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Unter der Erde glimmt es weiter : Der Moorbrand bei Plessa ist unter Kontrolle – Entwarnung gibt es nicht

Der Großbrand im Landkreis Elbe-Elster ist zunächst gestoppt. Auf 100 Hektar standen Moor, Wald und Schilf in Flammen. Entwarnung gibt es jedoch noch nicht.

Die Ausdehnung des Großbrandes in einem Moorgebiert im Brandenburger Plessa ist gestoppt.
Die Ausdehnung des Großbrandes in einem Moorgebiert im Brandenburger Plessa ist gestoppt.Foto: imago images/xcitepress

Zwar ist der Großbrand bei Plessa im Landkreis Elbe-Elster schon seit Sonnabend unter Kontrolle, Entwarnung kann es aber noch längst nicht geben. Das sagte der brandenburgische Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel am Sonntag dem Tagesspiegel.

„Erstens heißt „unter Kontrolle“ nur, dass das Feuer eingedämmt ist, es aber unterirdisch durchaus weiter brennen kann. Und zweitens ist das Moor ein hochsensibles Gebiet: außerordentlich wichtig für den Naturschutz und auch für den Wasserhaushalt, genauer gesagt für den Grundwasserhaushalt, in der gesamten Region.“

Wie berichtet war das Feuer im Moorgebiet „Loben“ am vergangenen Freitag zunächst auf etwa zehn Hektar Fläche und offenbar an mehreren Stellen gleichzeitig ausgebrochen – sehr zum Erstaunen der Experten. Die Ursache ist nach wie vor unklar, zumal es einige Tage zuvor geregnet hatte. Der leichte Wind hatte aber offenbar das Binsengras schnell getrocknet, so dass sich das Feuer schnell auf eine Fläche von einhundert Hektar ausbreitete.

„Das wird uns auch in den nächsten Tagen noch beschäftigen“, sagt Raimund Engel. Wärmebildkameras würden die unterirdischen Brandherde zwar erfassen, ob man aber verhindern könne, dass diese sich beispielsweise bis unter die angrenzenden Wälder ausdehnen, sei fraglich.

Laut dem diensthabenden Landrat von Elbe-Elster, Marten Frontzek, ist die Feuerwehr zur Zeit mit 150 Einsatzkräften vor Ort und hat an den Brandrändern Dauerregen-Anlagen installiert. Das Wasser dafür komme aus den bereits gefluteten ehemaligen Tagebau-Restlöchern.

Außerdem sei wie schon an den Tagen zuvor ein Löschhubschrauber der Bundeswehr mit einem 2000-Liter-Wassertank im Einsatz. Er kann Glutnester an Stellen bekämpfen, wo die Feuerwehrleute nicht hin kommen. Die heimischen Einsatzkräfte würden auch weiterhin von Kameraden aus anderen Landkreisen unterstützt, hieß es bei der zuständigen Leitstelle.

Temperaturanstieg könnte gefährlich werden

Sorgen macht den Behörden vor allem die sonnigen Aussichten für die nächsten Tage. „Die Temperaturen sollen bis auf 26 Grad ansteigen“, sagt Raimund Engel: „Noch gefährlicher ist aber der frisch böige Wind aus Nordost. Der zieht auch noch die letzte Feuchtigkeit aus dem Boden.“

Dabei habe es im Mai im Vergleich zum Vormonat April durchaus etwas mehr geregnet, sagt Engel: „Das war gut und wichtig. Aber es hat letztlich nur für eine kurzzeitige Entspannung gereicht - mehr konnten die paar Tropfen nicht bewirken.“

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Das betreffe nicht nur den Elbe-Elster-Kreis, sondern ganz Brandenburg. Nach zwei extrem trockenen Sommern können hier jederzeit wieder große Feuer ausbrechen. Derzeit gilt in fast allen Landkreisen die zweithöchste Waldbrandwarnstufe 4, in drei Landkreisen sogar die höchste Warnstufe 5.

Dass bis auf den Moorbrand bei Plessa noch keine weiteren Großfeuer ausgebrochen sind, sei fast schon erstaunlich, sagt Engel. Und appelliert an alle Waldbesucher, schnell die Feuerwehr zu benachrichtigen, wenn sie einen Brand bemerken. (mit dpa)