• Radtourismus in Brandenburg verliert : Oder-Neisse-Radweg nicht mehr unter den Top 10 des ADFC

Radtourismus in Brandenburg verliert : Oder-Neisse-Radweg nicht mehr unter den Top 10 des ADFC

Brandenburg gehört nicht mehr zu den zehn beliebtesten Radregionen Deutschlands, ergab eine Umfrage des ADFC.

Der Spreeradweg zwischen Berkenbrück und Kersdorfer Schleuse
Der Spreeradweg zwischen Berkenbrück und Kersdorfer SchleuseFoto: Jörn Hasselmann

Das für Brandenburg bittere Ergebnis der Radreiseanalyse des Fahrradclubs ADFC für 2019 wurde am Donnerstag auf der Tourismus-Börse ITB vorgestellt. Im vergangenen Jahr stand Brandenburg immerhin noch auf Platz 9. Und noch ein Rückschlag für die Region: Der Oder-Neiße-Radweg ist aus der Liste der Top 10 der beliebtesten Fernradwege herausgefallen. Der Elbe-Radweg, der immerhin ein kurzes Stück durch Brandenburg führt, ist auf den 2. Platz zurückgefallen, überholt vom Weserradweg. 14 Jahre in Folge war der Elberadweg Spitzenreiter bei der ADFC-Umfrage - die Schotterwege zum Beispiel bei Wittenberge trugen sicher nicht zu dieser guten Gesamtbewertung bei. Von den mittlerweile 36 vom ADFC zertifizierten Fernradwegen liegt keiner in Brandenburg. Bundesweit bekamen vier Radwege die Bestnote fünf Sterne, 23 bekamen vier Sterne und neun Radwege drei Sterne.

Aus regionaler Sicht gibt es  nur ein positives Ergebnis: Die Region „Seenland Oder-Spree“ hat sich vom ADFC erfolgreich zertifizieren lassen. Bundesweit gibt es nur vier andere Regionen, die die vom ADFC vorgegebenen Standards erfüllen. Rainer Schinkel Vize-Chef des Tourismusverbands Oder-Spree nennt vor allem einen Grund für den Erfolg: Qualität. „Wir pflegen die Radwege zentralisiert, um den Standard zu halten“, sagte Schinkel dem Tagesspiegel nach der Siegerehrung. Beseitigt werden sollen Fehler in der Wegweisung, Schlaglöcher oder Lücken in den Routen. Zuvor hatte auch ADFC-Vorstand Frank Hofmann an die Kommunen und Landkreise appelliert: „Setzen sie auf Qualität, pflegen Sie ihre Routen und die Wegweisung.“  Das schwächste Stück eines Fernradweges sei es, das bei den Radreisenden in Erinnerung bleibe, „das Erlebnis bestimme“. Im restlichen Brandenburg flicken die Kommunen auf eigene Faust an den Fernradwegen herum.

Der "Storchenradweg" bei Ketzür.
Der "Storchenradweg" bei Ketzür.Foto: Jörn Hasselmann

Wer zum Beispiel auf einer der bekanntesten Brandenburger Routen, dem Dahme-Radweg südlich von Prieros, mit dem Rad im Sand versinkt, wird die Strecke kein zweites Mal fahren.

Schon vor zwei Jahren hatten Grüne und ADFC mehr Geld für den Unterhalt der Radwege vom Land Brandenburg gefordert.

Um die Qualität im Radtourismus für Urlauber transparent zu machen, vergibt der ADFC seit 2006 Qualitätsauszeichnungen für Radfernwege und seit 2013 für Radregionen. Kriterien für eine Klassifizierung mit bis zu fünf Sternen sind eine Länge von mindestens 100 Kilometern und ein zentraler Ansprechpartner für das Qualitätsmanagement. Bei der Bewertung spielen Wegweisung, Oberfläche, Verkehrssituation und Serviceleistung entlang der Strecke die zentrale Rolle. Die Auszeichnung gilt für drei Jahre und kann danach auf Wunsch des Betreibers erneut beantragt werden.

 

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