In den Berufsschulen kennt man sich mit Quereinsteigern aus.

Seite 2 von 2
Schon 5600 Bewerber in Berlin : Bin Tierarzt, will Lehrer werden

Roger Kutschki findet die Sache mit den Quereinsteigern gar nicht so schlimm, denn im Berufsschulwesen, woher er kommt, gab es immer viele Fachleute, die als Seiteneinsteiger in den Schuldienst kamen. Etwa jeder zweite sei dafür geeignet, fasst er seine Erfahrungen zusammen. Kutschki warnt aber dringend davor, Lehramtsanwärter mit einer schwachen Vier aus Mitleid durch das zweite Staatsexamen zu schleusen: "Das kann man den Kindern nicht zumuten", findet er. Man solle da "lieber kein Auge zudrücken".

Der Mann für die Berufsschulen: Roger Kutschki.
Der Mann für die Berufsschulen: Roger Kutschki.Foto: Alice Epp

Bei seinen vielen Hotline-Anrufern hat Kutschki festgestellt, dass "Massen von Leuten irgendwas studieren, weil es da keinen  NC gibt". Und dann fänden sie damit keine Arbeit. „Unser Ziel ist es aber nicht, Leuten ein Auskommen zu verschaffen, sondern Jugendlichen Schulbildung zu vermitteln", betont Kutschki. Im übrigen hat er festgestellt, dass sich "aus dem ganzen Bundesgebiet Leute bewerben und zwar nicht nur Viererkandidaten, sondern auch Leute, die in einer attraktiven Stadt leben wollen und nicht in Königslutter."

Um die Überforderung durch 19 Stunden Unterricht plus Aufbaustudium oder berufsbegleitendes Referendariat zu vermeiden, rät Kutschki ebenso wie die Bildungsverwaltung den Bewerbern, mit einer Teilzeitlösung zu beginnen. Dann verdiene man zwar etwas weniger aber immer noch mehr als ein regulärer Referendar, der sieben bis zehn Stunden Unterricht erteilt. Laut Bildungserwaltung verdient man auf einer Vollzeitstelle im berufsbegleitenden Referendariat (ledig ohne Kinder) zwischen 2900 und 3280 Euro brutto. Wenn man statt der üblichen 19 Stunden nur die Mindeststundenzahl von 13 Stunden unterrichtet (plus sieben Stunden Referendarsausbildung) kann man mit 2300 bis 2520 Euro brutto rechnen - etwa doppelt so viel wie ein regulärer Referendar, der allerdings weniger Sozialabgaben hat.

Artikel auf einer Seite lesen
Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

25 Kommentare

Neuester Kommentar