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Sommerferien in Berlin und Brandenburg : Auf diesen Strecken müssen Autofahrer mit Stau rechnen

Schon ab Mittwochnachmittag wird es voll auf den Straßen werden, warnen ADAC, Polizei und VIZ: Mehrere Bundesländer starten in die Ferien.

Autos fahren auf dem Berliner Autobahnring langsam im stockenden Verkehr.
Autos fahren auf dem Berliner Autobahnring langsam im stockenden Verkehr.Foto: Soeren Stache/dpa

Mit dem Beginn der Sommerferien in Berlin und Brandenburg an diesem Donnerstag wird es voll auf den Berliner Ausfallstraßen und den Autobahnen in der Region.

Zwar sind wegen der gestaffelten Zeugnisausgabe-Termine schon erste Familien in den Urlaub aufgebrochen. Die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) geht dennoch von viel Betrieb aus.

Denn in Folge der Corona-Pandemie erwartet sie, dass mehr Berliner und Brandenburger Urlaub in Deutschland oder den direkten Nachbarländern machen - und deshalb eher mit dem eigenen Auto statt mit dem Flugzeug reisen. „Insbesondere die Strecken an die Küste und in die Alpenregion werden dadurch voraussichtlich besonders stark belastet werden“, teilte die VIZ mit.

„Mit Aufhebung der weltweiten Reisewarnung sind Auslandsreisen ins europäische Ausland zwar wieder möglich, an den Grenzen kann es bei der Ein- und Ausreise aber zu längeren Wartezeiten kommen“, so die VIZ.

In den vergangenen Jahren kam es in den Ferien wiederholt zu Engpässen an den Berliner Flughäfen. Aus Sicht der VIZ soll es hier in diesem Jahr anders laufen: „An den Berliner Flughäfen Tegel (TXL) und Schönefeld (SXF) rechnet die Verkehrsinformationszentrale in diesem Jahr, aufgrund der geringen Passagierzahlen, mit keinen größeren Einschränkungen.“

Schon am Mittwochnachmittag dürfte es voll werden

Erfahrungsgemäß dürfte es schon am Mittwochnachtmittag voll auf den Straßen werden. Von Freitag bis Sonntag rechnet die Behörde dann mit umfangreichen Staus auf den Stadtautobahnen und Ausfallstraßen sowie auf den Autobahnen in Brandenburg.

Betroffen sein werden etwa mehrere Abschnitte des baustellenreichen Berliner Rings, außerdem die A24 zwischen dem Dreieck Havelland und Neuruppin, die A2 zwischen Brandenburg/Havel und Lehnin sowie auf der A11 zwischen Joachimsthal und Pfingstberg.

Der ADAC Berlin-Brandenburg erwartet laut einer Mitteilung bereits ab Mittwochnachmittag ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf allen Ausfallstraßen und Autobahnen in Berlin und Brandenburg.

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„Mit einer zweiten Reisewelle muss ab dem frühen Freitagnachmittag gerechnet werden“, teilt der ADAC mit und empfiehlt, an diesen Tagen entweder in den frühen Morgenstunden oder erst abends nach 19 Uhr loszufahren: „Auch der Samstagnachmittag eignet sich gut, um die Sommerreise etwas stressfreier anzutreten.“

Auf folgenden Abschnitten rechnen die VIZ und der ADAC mit längeren Wartezeiten:

  • A100/A113 aus beiden Richtungen in der Zufahrt zum AD Neukölln
  • A2 zwischen AS Brandenburg und AS Lehnin
  • A10 (Nördlicher Berliner Ring) zwischen Dreieck Havelland und Dreieck Barnim
  • A10 (Östlicher Berliner Ring) zwischen AS Rüdersdorf AS Freienbrink
  • A10 (Südlicher Berliner Ring) Richtung Dreieck Nuthetal zwischen AS Rangsdorf und AS Ludwigsfelde West
  • A10 (Südlicher Berliner Ring) zwischen AS Michendorf und AS Ferch
  • A11 Richtung Berlin zwischen AS Joachimsthal und AS Pfingstberg
  • A24 Baustelle AD Havelland und AS Neuruppin
  • A114 zwischen AS Bucher Straße und Dreieck Pankow
  • A15 – zwischen Cottbus-West und Vetschau
  • A10/A24 – nördlicher Berliner Ring zwischen Dreieck Pankow und Havelland und weiter auf der A24 über Neuruppin bis Raststätte Walsleben-West (Einschränkungen durch zahlreiche Bauabschnitte auf rund 70 Kilometer langen Strecke)

In Berlin werden die Sommerferien und die sich damit leerenden Straßen und Bahnen genutzt, um Bauvorhaben umzusetzen, wie die VIZ mitteilte. Die ersten Baustellen im Hauptstraßennetz seien bereits eingerichtet.

Diese bestehenden Baustellen in Berlin nennt die VIZ:

  • Am Seegraben (B96a) in Bohnsdorf/Altglienicke
  • Frankfurter Tor in Friedrichshain
  • Sterndamm/Groß-Berliner Damm in Johannisthal
  • Lange Brücke in Köpenick
  • Skalitzer Straße/Gitschiner Straße in Kreuzberg
  • Schlesische Straße in Kreuzberg
  • Mariendorfer Damm in Mariendorf
  • Kiefholzstraße in Plänterwald
  • Seestraße in Wedding

Auch wer in Berlin bleibt, muss sich umstellen. So nutzt die S-Bahn die Ferien für Bauarbeiten und sperrt von Donnerstag an die südliche Ringbahnstrecke zwischen Treptower Park/Baumschulenweg und Tempelhof.

Ab dem 27. Juli beschränkt sich die Sperrung dann auf den Abschnitt Tempelhof-Neukölln. Die Ringbahnlinien S41/42 fahren dann wieder.

Von Donnerstag fahren bis 13. Juli keine Züge der S3 zwischen Köpenick und Ostkreuz. Vom 13. Juli bis 17. August ist zudem die S2 zwischen Bernau und Buch wegen Gleisarbeiten unterbrochen.

Auch Brandenburger Polizei warnt vor Stau

Auch die Brandenburger Polizei hat vor Beginn der Sommerferien vor starkem Reiseverkehr und Staus auf den Fernstraßen in Richtung Süden und der Küste gewarnt.

„Stellen Sie sich auf zähfließenden Verkehr und Stau wegen des sehr hohen Verkehrsaufkommens ein“, teilte die Leiterin des Bereichs Verkehrsangelegenheiten im Polizeipräsidium, Ute Döpke, am Dienstag mit. Dies gelte für die gesamten Sommermonate.

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Am Donnerstag beginnen die Sommerferien nicht nur in Brandenburg und Berlin, sondern auch in Hamburg. In Mecklenburg-Vorpommern haben die Ferien bereits am Montag begonnen. Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen starten am Wochenende in die Sommerferien.

„Bitte beachten Sie, dass alle Kraftfahrer und Kraftfahrerinnen, aber auch die mitreisenden Familien und Freunde, ausgeruht und weitestgehend stressfrei die Fahrt antreten, betonte Döpke.

Bei Kontrollen werde die Polizei ihr Augenmerk verstärkt auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit und die Ladungssicherung bei Wohnmobilen sowie Autos mit Wohnanhängern richten.

Das Potsdamer Verkehrsministerium wies auf sechs staugefährdete Autobahnabschnitte wegen Bauarbeiten hin. Dies betreffe unter anderem den Berliner Ring, die A2 Richtung Magdeburg, die Autobahnen in Richtung Polen und die A24 in Richtung Hamburg und Ostsee.

ACE: „weitaus geringeres Verkehrsaufkommen“ als in den Vorjahren

Den Sommerurlaub 2020 dürften mehr Menschen als bisher in Deutschland verbringen und dafür auch aufs Auto zurückgreifen. Das prognostiziert auch der Auto Club Europa (ACE), geht aber zu Beginn der Sommerferien von einem „weitaus geringeren Verkehrsaufkommen“ aus als in den Vorjahren.

Demnach füllten sich ab Freitagnachmittag die Routen zu den deutschen Küsten. Ab dem Samstagvormittag dürfte es ebenfalls zu Verzögerungen kommen, besonders wenn der Verkehr an Baustellen durch ein Nadelöhr muss.

Berlin in der Corona-Krise
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1 von 337Foto: Kitty Kleist-Heinrich
07.05.2020 20:14Sie sind auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen? Da helfen wir gern. Die Halbinsel Stralau ...

Wer möglichst entspannt in den Urlaub starten möchte, fährt besser entweder unter der Woche oder am Sonntag los. Geht das nicht, sollte man zumindest sehr früh morgens starten, rät der ACE.

Neben den Fernstraßen in Richtung Nord- und Ostsee rechnet der ADAC auf den folgenden Strecken in jeweils beiden Richtungen mit Staugefahr:

Staugefahr auf deutschen Autobahnen

  • A 1 Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg - Lübeck - Puttgarden
  • A 2 Berlin - Hannover - Dortmund
  • A 3 Passau - Nürnberg - Würzburg - Frankfurt - Köln
  • A 4 Kirchheimer Dreieck - Erfurt - Dresden
  • A 5 Basel - Karlsruhe - Frankfurt - Hattenbacher Dreieck
  • A 6 Metz - Saarbrücken - Kaiserslautern - Mannheim - Heilbronn - Nürnberg
  • A 7 Hamburg - Flensburg und Füssen/Reutte - Ulm - Würzburg - Hannover - Hamburg
  • A 8 Salzburg - München - Stuttgart - Karlsruhe
  • A 9 Berlin - Nürnberg - München
  • A 10 Berliner Ring
  • A 11 Berliner Ring - Dreieck Uckermark
  • A 19 Dreieck Wittstock - Rostock
  • A 24 Berlin - Dreieck Wittstock - Hamburg
  • A 61 Mönchengladbach - Koblenz - Ludwigshafen
  • A 81 Singen - Stuttgart - Heilbronn
  • A 93 Inntaldreieck - Kufstein
  • A 95 München - Garmisch-Partenkirchen
  • A 99 Umfahrung München

Auch Auslandsreisen sind mittlerweile wieder möglich. Der ADAC warnt aber vor Wartezeiten und Staus im Zuge von Kontrollen bei Ein- und Ausreise.

Viel Geduld ist auch auf den Transitrouten im benachbarten Ausland gefragt. (dpa/Tsp)

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