Streit an der Museumsinsel : Intrigantenstadl im Monbijoutheater

Zwei streitende Theatermacher, ein Linkenpolitiker und eine alte Bürgschaft über zehntausende Euro. Der Streit an der Museumsinsel wird immer bizarrer.

Bald ist es wieder warm genug für Theater unter freiem Himmel. Wer das Monbijoutheater aber künftig leitet, ist unklar. 
Bald ist es wieder warm genug für Theater unter freiem Himmel. Der bisherige Theaterchef muss aber gehen.Foto: Bernd Schönberger/Promo

Das Theater ums Monbijoutheater ist inzwischen selbst bühnenreif: Zwei verkrachte Freunde kämpfen mit Axt und Florett um den Betrieb der beliebten Spielstätte mit angeschlossenem Schankbetrieb. Oder ist’s ein beliebter Schankbetrieb mit angeschlossener Spielstätte?

Geboten wird jedenfalls ein Intrigantenstadl, wie ihn nicht mal die CDU besser aufführt. Und mittendrin: Sven Diedrich, Bezirksverordneter der Linken, früher selbst Gastronom und ebenso früher mit beiden befreundet. Jetzt hilft er dem einen (David Regehr) gegen den anderen (Christian Schulz) – und das, wie es aussieht, erfolgreich.

Doch wie uneigennützig handelt Diedrich? Vertragsunterlagen, die in der Politik kursieren und dem Checkpoint vorliegen, zeigen: Im Jahr 2012 übernahm Regehr für den in Not geratenen Diedrich eine Bürgschaft über 35.000 Euro. Diedrich sagte dazu gestern am späten Abend, er könne sich an Details nicht erinnern, meine aber, Regehr und Schulz hätten die Bürgschaft gemeinsam getragen.

Doch das war den Unterlagen zufolge erst 2015 der Fall, als die Schuld gegenüber der Brauerei Radeberger in ein gemeinsames Unternehmen (Clärchens Ballhaus) überführt wurde. Diedrich will mit der Vergangenheit längst abgeschlossen haben, er sagt, es gehe ihm als Politiker vor allem darum, das Theater zu erhalten - auch mit angeschlossenem, aber nicht dominierendem Schankbetrieb. Die CDU hat für die heutige BVV-Sitzung in Mtte eine Aktuelle Stunde zum Thema beantragt.

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