Verkehr im Berliner Umland : Weiter Bauarbeiten auf Potsdams wichtigster Straße

Der Brückenabriss der Hochstraße über die Bahngleise und die Friedrich-List-Straße wird konkret. 60.000 Autos sind dort täglich unterwegs.

Marco Zschieck
Brücke der Hochstraße über die Bahngleise und die Friedrich-List-Straße
Brücke der Hochstraße über die Bahngleise und die Friedrich-List-StraßeFoto: PNN / Ottmar Winter

Freie Fahrt auf Potsdams wichtigster Straße – davon durften Autofahrer in den vergangenen Jahren nur träumen: Erst wurde die Humboldtbrücke an der Nuthestraße saniert, dann der Abschnitt zwischen Horstweg und der Autobahn, zuletzt wurde eine marode Böschung an der Friedrich-Engels-Straße erneuert. Die Situation wird nicht einfacher: Ende des Jahres rückt der Beginn der nächsten Baustelle näher. Der Brückenabriss der Hochstraße über die Bahngleise und die Friedrich-List-Straße beginnt. 60.000 Autos sind hier täglich unterwegs.

Die Sanierungsplanungen für das Vorhaben werden jetzt konkreter. Der zuständige Landesbetrieb Straßenwesen hat die Ausschreibung gestartet. Ab Ende 2019 soll drei Jahre lang gebaut werden. Im Oktober 2022 soll den Plänen zufolge alles fertig sein. In dieser Zeit wird Potsdams wichtigste Straße teilweise nur einspurig befahrbar sein. Erste bauvorbereitende Maßnahmen sind laut Stadtverwaltung ab Anfang November vorgesehen – allerdings noch ohne Auswirkungen auf den Straßenverkehr. Zu den Kosten der Sanierung macht der Landesbetrieb auf Nachfrage keine Angaben. Frühere Schätzungen lagen bei rund 23 Millionen Euro.

Arbeiten dürften sich auch auf Bahnfahrer auswirken

Aus den Ausschreibungsunterlagen wird deutlich, wie komplex des Unterfangen ist. Auf 129 Seiten wird detailliert bis zur Gesteinskörnung für den Fahrbahnunterbau aufgelistet, was die Baufirmen tun müssen. Im ersten Bauabschnitt sollen die Brücken auf der Westseite abgerissen werden. Der Verkehr in stadtauswärtiger Richtung wird in der Zwischenzeit über die östliche Fahrbahn geleitet. Pro Richtung soll eine Fahrbahn zur Verfügung stehen. Anschließend soll an der gleichen Stelle eine neue Brücke gebaut werden.

Die Arbeiten dürften sich auch auf Nutzer der Bahn auswirken. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, sind bereits mehrere Sperrpausen für die Bahnstrecke angemeldet. Allein drei teils mehrtägige Unterbrechungen sind im Februar 2020 für die Abrissarbeiten vorgesehen. Entweder soll die Bahnstrecke nachts gesperrt werden oder an Wochenenden. Davon dürften jeweils sowohl die S-Bahn als auch die Regionalbahn betroffen sein.

Das Szenario wiederholt sich ab Sommer 2021 mit den Brücken auf der Ostseite, über die derzeit der Verkehr stadteinwärts unterwegs ist. Autos werden in beiden Richtungen über die neu gebaute Brücke auf der Westseite geführt. Dort soll zumindest stadteinwärts Platz für zwei Fahrspuren sein. Im August und September 2021 soll die alte Brücke abgerissen werden. Anschließend wird neu gebaut. Auch in diesem Bauabschnitt sind sieben Sperrpausen für die Bahnstrecke vorgesehen.

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