Weihnachtsaktion in den Rathäusern : Berlin sucht Geschenkpaten per Wunschzauberbaum

Zehn Tannen, 1000 Zettel. Darauf: Herzenswünsche von Berliner Kindern, die Sie erfüllen können. Die Aktion läuft noch bis Montag.

Auf jedem Stern steht ein Wunsch.
Auf jedem Stern steht ein Wunsch.Foto: Madlen Haarbach

Viele gelbe Sterne hängen an dem Weihnachtsbaum im Foyer des Rathauses Neukölln. Auf einem steht in krakeliger Schrift: „Ich wünsche mir ein Lego Friends in Groß“, unterzeichnet von „Schneestern 12“. Auf einem anderen: „Eine Puppe. Danke, lieber Weihnachtsmann“. Der Baum ist Teil der Wunschbaumaktion des Vereins „Schenk doch mal ein Lächeln“. Seit vier Jahren erfüllt der Berliner Fayez Gilke Kindern aus finanziell schwachen Familien zu Weihnachten so ihre Herzenswünsche.

Mit einem einzelnen Baum im Rathaus Schöneberg begann es, mittlerweile stehen zehn Bäume in sieben Bezirken. Neben Neukölln und Tempelhof-Schöneberg sind auch Spandau, Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf dabei. „Dem Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel, gefiel unsere Idee so gut, dass er gleich drei Bäume aufgestellt hat“, freut sich Gilke. Dieses Jahr können so knapp 1000 Wünsche unter anderem von Kindern aus Kitas, Kinder- und Flüchtlingsheimen oder dem Kinderhospiz Berliner Herz erfüllt werden.

Die Idee ist einfach: Die Kinder schreiben, malen oder basteln ihre Wünsche auf Kärtchen oder Sterne, mit denen dann die Bäume geschmückt werden. Geschenkpaten können sich einen Wunsch abpflücken und das Geschenk bis zu einem festgelegten Termin im jeweiligen Rathaus abgeben. Dort werden die Geschenke verpackt und anschließend von den Eltern oder Betreuern abgeholt, die sie dann bei der Bescherung an die Kinder übergeben. „Es ist dann auch egal, ob die Eltern sagen, dass das Geschenk von einem Paten, von ihnen selbst oder vom Weihnachtsmann kommt“, sagt Gilke. „Uns geht es nur darum, dass der Wunsch erfüllt wird und das Geschenk ankommt.“

Ein Lächeln schenken

Der Schutz der Kinder ist dem Verein besonders wichtig. Deswegen stehen nur Vornamen auf den Zetteln oder Pseudonyme – so wie „Schneestern 12“. Und deswegen müssen die Geschenke auch vor der Übergabe an die Eltern kontrolliert werden: „Es ist auch schon vorgekommen, dass Leute Hausmüll zusammengepackt und abgegeben haben“, berichtet Gilke. „Die wollten sich dann wohl über die Aktion lustig machen.“ Neben klassischen Wünschen wie Lego oder Puppen hängen auch Sterne zwischen den Nadeln, die einen Einblick in den Alltag mancher Kinder in dieser Stadt geben. „Es kann eigentlich nicht sein, dass sich Kinder warme Kleidung wünschen müssen“, findet Gilke.

Wünsche, die keine Paten finden, werden aus der Spendendose trotzdem erfüllt. Er erhalte sehr viele positive Reaktionen aus der Bevölkerung und viel Dankbarkeit auch von den Eltern der beschenkten Kinder, berichtet Gilke. Allerdings bleiben auch vereinzelte negative Reaktionen nicht aus: „Manche Menschen beschweren sich doch tatsächlich, weil wir auch Flüchtlingskindern Wünsche erfüllen.“ Aber für Gilke ist die Sache klar: Allen Kindern sollte ein Lächeln geschenkt werden. Vor allem an Weihnachten.

Im Rathaus Neukölln können die Geschenke noch bis Montag, den 11. Dezember, abgegeben werden. In einigen anderen Bezirken noch bis zum 15. Dezember. Mehr Infos gibt es hier.

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