"Game of Thrones"-Finale : Sterben oder herrschen?

Welches Ende nimmt „Game of Thrones“? Wer wird sterben, wer wird herrschen? Darüber grübeln selbst Algorithmen.

Im Serien-Winter: Elf Wochen in Eiseskälte dauerten die Dreharbeiten für das große Finale von „Game of Thrones“.
Im Serien-Winter: Elf Wochen in Eiseskälte dauerten die Dreharbeiten für das große Finale von „Game of Thrones“. Immerhin hatten...Foto: Sky/dpa

So groß wie bei der finalen Staffel der Fantasy-Saga „Game of Thrones“ war die Geheimhaltung, die der Seriensender HBO und sein deutscher Partner zelebrierten, noch nie. Die einzigen Fakten, die Sky Deutschland zum Start der achten Staffel bekannt gab – einmal abgesehen von der kurzen Liste über Stab und Besetzung – waren die Ausstrahlungstermine. Die wichtigste Information darin besagt, dass die erste der verbleibenden sechs Folgen montagfrüh um drei Uhr zeitgleich bei HBO und Sky Atlantic zu sehen sein wird – und hierzulande sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Synchronisation verbreitet wird.

Beinahe zwei Jahre lang mussten die Fans auf die Fortsetzung der bis bislang weltweit erfolgreichsten TV-Serie warten. Nun kann die Entscheidungsschlacht zwischen den Menschen der sieben Königslande und den untoten Invasoren aus dem Norden kommen.
Seit Wochen wird darüber spekuliert, wer den Showdown überleben wird, und wer am Ende auf dem Eisernen Thron Platz nimmt. Selbst den Inhalt der ersten Episode der finalen Staffel kennen bislang nur die wenigen handverlesenen Besucher der Premiere in New York. Anders als bei den ersten Staffeln wurden selbst Medienjournalisten keine Vorab-Screenings angeboten, nicht einmal unter Androhung der schlimmsten Sanktionen beim Durchbrechen der Non Disclosure Agreements.

Winter über Westeros

Immerhin war der Cliffhanger in der letzten Folge der siebten Staffel überaus vielsagend. Nachdem die Weißen Wanderer aus dem Norden ihrer Zombie-Armee auch noch einen Drachen hinzugefügt hatten, war es für sie ein Leichtes, die bis dato unüberwindbare große Mauer zu pulverisieren und mit ihren Horden in Westeros einzufallen. Jetzt, wo das große Bollwerk zusammenbrach wie ein Kartenhaus, ist die Entscheidungsschlacht unvermeidlich. Der Winter, er kommt nun endgültig über Westeros. Und „Game of Thrones“ mutiert ein Stückweit zu „Walking Dead“. Der Drachenkönigin Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) und ihrem Mitstreiter Jon Schnee (Kit Harington) steht die längste zusammenhängende TV-Schlacht aller Zeiten bevor, die sogar den Kampf um Helm’s Klamm im „Herr der Ringe“ übertreffen soll. Elf Wochen lang wurde mit bis zu 750 Beteiligten in Eiseskälte gedreht. Iain Glenn, der Daenerys getreuen Mitstreiter Jorah Mormon spielt, sagte danach nur, dass er so etwas nie wieder durchleben möchte.

Auf über 40 Emmys brachte es die Serie von Showrunner David Benioff (li.) und D.B. Weiss bislang.
Auf über 40 Emmys brachte es die Serie von Showrunner David Benioff (li.) und D.B. Weiss bislang.Foto: Lucy Nicholson/Reuters

Über die Frage, wer das kriegerische Treiben überlebt, orakeln inzwischen sogar Computer-Algorithmen. An der TU München haben Informatik-Studenten ein Programm mit allerlei Todesdaten aus der Serie gefüttert, um so die Überlebens-Wahrscheinlichkeiten für die verbliebenen Figuren zu errechnen. Für Daenerys Targaryen wurde dabei eine 99-prozentige Überlebenschance ermittelt, Tyrion Lannister (Peter Dinklage) kommt auf 97 Prozent. Jon Schnee schafft nur 88 Prozent.

Schlechte Chancen für Sansa Stark

Bei der Berechnung spielen Faktoren wie das Geschlecht – Männer sind gefährdeter als Frauen – und die Verwandtschaftsverhältnisse eine Rolle. Das wirkt sich auf Mitglieder des Stark-Clans besonders negativ aus, denn für Sansa (Sophie Turner) – zuletzt Vertreterin den König des Nordens – kommt das Programm auf eine Todeswahrscheinlichkeit von 73 Prozent. Über die Zuverlässigkeit des Algorithmus lässt sich allerdings streiten. So prognostizierte er die Wiederauferstehung von Jon Schnee zwar seinerzeit korrekt, irrte aber bei der

Todesprophezeiung für die Drachenkönigin gewaltig. Dabei war längst klar, dass die Serie ohne diese Figur nicht auskommen würde.
Sicher ist aber auch, dass nur ein dramatisches Ende ein gutes Ende ist, an das man sich erinnern wird. Das wissen vor allem die beiden „Game of Thrones“-Serienschöpfer David Benioff und D.B. Weiss. Weil so viele zentrale Charaktere geopfert wurden, konnte nie das Gefühl aufkommen, man könne ungestraft eine Folge auslassen. Aber bei den verbleibenden sechs Episoden würde das ohnehin niemand machen.

„Game of Thrones“, Staffel acht, Sky Deutschland, ab Montag drei Uhr.

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