"Der Fußball steht natürlich im Vordergrund"

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Mehr am Meer : Am schönen Strand der Ostsee
Foto: Steyer
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Jeden Tag soll in der Sendung ein Tier auf das richtige Ergebnis der Spiele tippen. Das erfolgreichste Tororakel – Favoriten sind wohl Seemöwen und Alpakas – wird dann im ZDF-Fernsehgarten vorgestellt. Den moderiert Andrea Kiewel sowohl am 17. und 24. Juni jeweils ab 11 Uhr am Fußballstrand und begrüßt dort unter anderem die dänischen Olsen Brothers, Patrick Lindner, Bernhard Brink und die Siegerin des diesjährigen Eurovision Song Contests in Aserbaidschan, die schwedische Sängerin Loreen.

Selbst die Köche Johann Lafer und Horst Lichter scheuen den Weg nicht in den äußersten Nordosten. Sie kochen an den Samstagen 23. und 30. Juni ab 16 Uhr 15 beziehungsweise 15 Uhr 45 unter freiem Himmel. Erstmals erlebt die Sendung „Lafer! Lichter! Lecker!“ am zweiten Termin sogar eine XXL-Verlängerung.

Bei dieser Charmeoffensive könnte der Eindruck entstehen, das ZDF vergesse den Fußball. „Der steht natürlich im Vordergrund“, sagte EM-Programmchef Christoph Hamm. „Bei aller Wertschätzung für Usedom gehört die größte Konzentration natürlich unserem EM-Studio in Warschau. Dort schlägt das Herz.“

Dennoch schweigt der Sender über den genauen Aufwand für Usedom. Immerhin zwölf Redakteure arbeiten den ganzen Juni über von Usedom aus. 30 Firmen profitierten vom Aufbau der Bühne und der ganzen Technik. Der Heringsdorfer Bürgermeister Lars Petersen bezifferte die Zahl der Jobs rund um die EM auf etwa 300. Einige Mitarbeiter davon kommen aus dem benachbarten Polen. Die mitunter zu hörende Kritik, dass der Strand für das ZDF auf 400 Meter Länge abgesperrt und die Seebrücke auf der einen Seite blockiert wurde, kann er nicht verstehen. „Wir bekommen hier kostenlose Werbung für unsere schöne Insel, von der wir noch lange Zeit profitieren werden.“

Karten zu zehn Euro für die einzelnen Veranstaltungen in der ZDF-Arena sind noch zu haben. Größtes Risiko bleibt das Wetter. Die Bühne hält zwar Sturm bis zur Stärke acht stand, aber in Extremsituationen pfeift der Wind auch schon mal mit Stärke zehn bis zwölf. Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn, die übrigens in verschiedenen Hotels schlafen, wechseln dann in ein gläsernes Studio direkt auf der Seebrücke, während die Zuschauer einen Plastik-Regenumhang erhalten. Aber der Sendeort wirbt bekanntlich mit dem Slogan „Sonneninsel Usedom“.

„Fußball: EM“, ZDF, ab 16 Uhr 15

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