Reichweite von Zeitungen : Überregionale Titel gewinnen Leser

Mehr als jeder Zweite liest täglich eine gedruckte Zeitung. Überregionale Titel konnten ihre Leserschaft sogar leicht ausbauen. Auch der Tagesspiegel legt zu.

Print lebt: Nach wie vor liest mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland täglich eine gedruckte Zeitung.
Print lebt: Nach wie vor liest mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland täglich eine gedruckte Zeitung.Foto: Sven Hoppe/dpa

Die Zeitungen haben sich in einem schwierigen Umfeld insgesamt gut behauptet, die überregionalen Tageszeitungen konnten gegenüber dem Vorjahr Leser dazugewinnen. Das ist das Ergebnis der der Media-Analyse 2019 Tageszeitungen, die am Mittwoch von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) veröffentlicht wurde. Insgesamt kommen Zeitungen demnach auf eine Gesamtreichweite von 38,1 Millionen Lesern in Deutschland. Im Vorjahr hatte der Wert bei 39,3 Millionen gelegen. Trotz des leichten Rückgangs liest somit über die Hälfte der Bundesbürger (53,9 Prozent, Vorjahr 55,8 Prozent) eine gedruckte Zeitung. Der Tagesspiegel hat nach den jüngsten Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern im zweiten Quartal 2019 seine Auflage (zusammen mit den "Potsdamer Neuesten Nachrichten") gegen den Branchentrend erneut leicht ausgebaut (plus 1,4 Prozent).

Aufgeteilt auf die verschiedenen Zeitungsgattungen ergibt sich folgendes Bild: Regionale Zeitungstitel kommen auf eine Reichweite von 30,9 Millionen täglichen Lesern (43,8 Prozent). Überregionale Abo-Zeitungen legten sogar zu, ihre Reichweite stieg von 3,1 auf 3,3 Millionen Lesern. Insgesamt verloren Kaufzeitungen 800000 Leser und kommen nun auf eine Reichweite von 9,7 Millionen. Als Besonderheit hebt die agma hervor, dass in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen noch knapp jeder Dritte (28,7 Prozent) täglich eine Zeitung liest.

Bedarf an zuverlässigen Informationen

„Die Leserzuwächse der überregionalen Titel zeigen den Bedarf an hochwertigen und zuverlässigen Informationen in einem zunehmend fragmentierten Medienumfeld. Über alle Titel betrachtet ist die Tageszeitung weiterhin ein verlässlicher, stabiler Werbeträger, auch bei leicht rückläufigen Reichweiten der letzten Jahre“, kommentiert Gerhard Müller, Vorstand Tageszeitungen der agma, die vorliegenden Daten.

Neben den Tageszeitungen hat die agma auch den Leserkreis der Zeitschriften erhoben, zu denen neben den Magazinen auch Wochenzeitungen, Supplements und Lesezirkel gehören. Vier von fünf Menschen in Deutschland im Alter über 14 Jahren (57,5 Millionen oder 81,5 Prozent, Vorjahr 85 Prozent) lesen demnach Zeitschriften. Die weiterhin stärkste Nutzung ist laut agma bei den „Programmzeitschriften“ mit einer Reichweite von 56,4 (60,2) Prozent zu verzeichnen, gefolgt von „Aktuelle Zeitschriften/Magazine zum Zeitgeschehen“ mit 37,4 (39,8) Prozent, der „Motorpresse“ mit konstanten 24,2 Prozent und den „Wöchentlichen Frauenzeitschriften“ mit 21,5 (24,1) Prozent.

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