Highways können eine "Shareway" sein

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New York : Mit dem Fahrrad in die Zukunft
Gebündelter Verkehr soll Platz schaffen für die Menschen: ein "Shareway".
Gebündelter Verkehr soll Platz schaffen für die Menschen: ein "Shareway".Höweler+ Yoon/Audi

Man müsse die gesamte Region, die durch den Pendlerverkehr längst mit den Städten verwoben ist, wie eine große Stadt, eine Megacity betrachten, sagen die Architekten Eric Höweler und Meejin Yoon. Sie haben ein Modell entwickelt, mit dem die Region zu einem System verknüpft werden könnte, und damit einen Wettbewerb der „Audi Urban Future Initiative“ gewonnen. Man kann sich natürlich fragen, warum ein Autohersteller Entwürfe prämiert, bei dem das Auto an Relevanz verliert – und dann Journalisten einlädt, dies anzugucken. Vermutlich deshalb, weil es unvermeidlich ist. Weil es überall auf der Welt so deutlich ist, dass die Menschen in den Städten eine Umstrukturierung wollen.

Höweler und Yoon leben in Boston und ärgern sich regelmäßig darüber, dass ihr eigenes Auto immer lange auf einem Parkplatz steht und dort dann öffentlichen Raum privatisiert. „46 Prozent der 18- bis 24-jährigen Amerikaner würden sich heute für einen Internetanschluss statt für ein Auto entscheiden“, sagt Yoon.

Sie würde gerne die Idee des Teilens einsetzen für den Verkehr, ein Highway könnte ein „Shareway“ sein, der auf mehreren Ebenen ein Bündel an Nutzungen übereinander anbietet, damit für Verkehrswege nicht noch mehr Land verbraucht wird.

Die Architekten ahnen, dass sich die Zukunft irgendwie „zurück“ bewegt, und schielen ins alte Europa, wo die Radler Kopenhagens morgens auf großen Trassen Vorfahrt haben und auf grüner Welle ins Zentrum gelangen. Überhaupt das Zentrum: „Das Potenzial des Mittelstreifens ist städtisch unterschätzt!“ In Städten, in denen es um Zentimeter geht, könne man auch den bespielen. Man könnte auch den Platz zwischen den Häusern nach Tageszeiten verschiedenen Nutzungen widmen.

Übermorgen wird New York wieder eine andere Stadt werden. Dann wird ein neuer Bürgermeister gewählt, weil Bloomberg keine weitere Amtszeit mehr antreten darf. Seine 450 Meilen Fahrradwege sind keine bauliche Veränderung. Man hatte bloß ein paar Eimer Farbe gebraucht, um die Wege auf die Straßen zu malen. Es würde fast nichts kosten, sie wieder zu entfernen.

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