Forderung nach besserer Wasser-Politik : WWF warnt vor Dürren in Europa

Selbst in nordeuropäischen Staaten könnten sich heute Engpässe in der Süßwasserzufuhr abzeichnen. Die Umweltstiftung fordert die EU zu einem besseren Umgang

Eine sogenannte Tonne für die Schifffahrt liegt auf einer Steinbuhne am Ufer der Elbe.
Eine sogenannte Tonne für die Schifffahrt liegt auf einer Steinbuhne am Ufer der Elbe.Foto: dpa/ Philipp Schulze

Die Umweltstiftung WWF hat die Europäische Union zu einem nachhaltigeren Umgang mit Süßwasser aufgerufen. Die Mitgliedsstaaten müssten handeln, solange man die natürlichen Vorkommen noch vor den nächsten Dürren retten könne, teilte die Umweltorganisation am Montag in Brüssel mit. Selbst in nordeuropäischen Staaten würden sich heute Engpässe in der Süßwasserzufuhr abzeichnen.

Grund dafür sei einerseits der Klimawandel. Darüber hinaus würden die Europäer ihre Wasserquellen aber auch, etwa durch die Landwirtschaft, überstrapazieren und den Wasserkreislauf durch unnatürliche Eingriffe stören.

Sämtliche Flüsse Europas seien etwa durch Staudämme oder Begradigungen beeinträchtigt. 60 Prozent der europäischen Gewässer würden, etwa durch Verschmutzung, den europäischen Standards für gute Gewässer nicht genügen und seien besonders anfällig für die Gefahren durch Dürre und Trockenheit.

Außerdem würden sich Europas Regierungen zu sehr auf kurzfristige Notfallmaßnahmen gegen akute Dürren konzentrieren und zu wenig langfristige, nachhaltige Vorbereitungen treffen. Die natürlichen Wasservorkommen könnten sich durch Niederschläge allein nicht wieder regenerieren, warnt die Umweltorganisation.

Die EU habe in ihren Wasserrahmenrichtlinie zwar bereits wichtige Maßnahmen beschlossen. Die Mitgliedsstaaten hätten die bislang aber kaum umgesetzt. Der WWF ruft die EU-Regierungen dazu auf, die Vereinbarungen ausnahmslos einzuhalten und die Gewässer etwa für die Herausforderungen des Klimawandels zu wappnen. Renaturierung, etwa die Wiederherstellung natürlicher Feuchtgebiete, sei dabei besonders wirksam. Wesentlich, um die Ursache der Knappheit zu bekämpfen, sei außerdem die Einhaltung der Pariser Klimaziele. (dpa)

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