Mit Macheten bewaffnet ins Kino : Film über Bandenkrieg nach Angriff von Jugendbande aus dem Programm genommen

Jugendliche mit Macheten sorgten in einem Kino in Birmingham für Panik und Chaos. Sie griffen auch Polizisten an. Der Film wird jetzt nicht mehr gezeigt.

Birmingham in Großbritannien.
Birmingham in Großbritannien.Foto: imago/Arcaid Images

Nach brutalen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen während der Ausstrahlung eines Kinofilms über einen Bandenkrieg in London haben zwei britische Kinoketten den Film aus ihrem Programm genommen.

Eine mit Macheten bewaffnete Teenager-Bande hatte am Samstag Panik und Schlägereien in einem Kino in Birmingham ausgelöst. Die Polizei nahm sechs Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren fest, darunter ein Mädchen. Die Beamten kassierten zwei Macheten und ein Messer ein. Kinobesucher hatten am frühen Samstagabend die Polizei gerufen, als sie die Jugendlichen mit Macheten sahen. Als die Polizisten eintrafen, wurden sie attackiert.

Mehr als 100 Personen sollen schließlich in das Chaos involviert gewesen seien. Die Polizisten konnten unter anderem mit Elektroschockern und Hunden die Lage wieder unter Kontrolle bringen. Sieben Beamte wurden verletzt. Sie habe noch nie in ihrem Leben so viel Angst gehabt, berichtete eine Kinobesucherin britischen Medien.

Der gezeigte Film handelte von einem Bandenkrieg in London – zwei britische Kinoketten haben ihn nach dem Vorfall komplett aus dem Programm genommen. Nach dem Unternehmen Vue kündigte auch die Kette Showcase Cinemas am Montag an, „Blue Story“ einstweilen nicht mehr zu zeigen. Davon betroffen sind mehr als 110 Kinos in Großbritannien und Irland.

„Blue Story“ erzählt die Geschichte zweier Freunde aus London, die sich auf den entgegengesetzten Seiten in einem Bandenkrieg wiederfinden. Der Autor und Regisseur des Films, Andrew Onwubolu, verurteilte die Gewalt in Birmingham. „Es ist wirklich bedauernswert, dass eine kleine Gruppe von Leuten in der Lage ist, die Sache für alle zu ruinieren“, erklärte Onwubolu im Online-Dienst Instagram. In seinem Film gehe es „um Liebe, nicht um Gewalt“.

Der britischen Zeitung „Daily Mail“ zufolge berichtete Kinobetreiber Vue allerdings von insgesamt „25 bedeutenden Zwischenfällen“ in 16 Kinos, seit der Film gestartet war.

Bandengewalt und Messerstechereien sind in Großbritannien ein heikles Thema: Allein in London wurden nach Angaben der Polizei seit Jahresbeginn 23 Jugendliche erstochen. (AFP/dpa)


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