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Thema

Sexualisierte Gewalt

Im Skandal um sexuellen Missbrauch im Münchner Erzbistum hat der Psychotherapeut Werner Huth schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche erhoben. Mehrmals habe er die Bistumsleitung davor gewarnt, den aus Essen nach München versetzten pädophilen Pater H. in der Jugendarbeit einzusetzen, sagte Huth dem Tagesspiegel.

Von Claudia Keller
Kueng

Der Theologe Hans Küng fordert von Papst Benedikt XVI. ein persönliches Schuldeingeständnis für den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche. Als Präfekt der Glaubenskongregation habe Joseph Ratzinger 2001 dafür gesorgt, dass alle Missbrauchsfälle unter päpstliche Geheimhaltung gestellt wurden.

Am evangelischen Johannisstift in Berlin hat hat es in den letzten 35 Jahren vier Fälle sexuellen Missbrauchs oder auffälligen Verhaltens gegeben. Eine jetzt bekanntgewordene interne Untersuchung dokumentiert die Fälle eines evangelischen Erziehers, der 1987 wegen sexuellem Missbrauchs an einer 17-Jährigen zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

Missbrauchsfälle an deutschen Schulen werden beim Mainzer Erziehungskongress nicht debattiert - jedenfalls nicht offiziell. Die Organisatoren rechtfertigen sich: Das Programm sei so kurzfristig nicht umzubauen.

Von Amory Burchard
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Durch den Skandal an der hessischen Odenwaldschule wird über die Reformpädagogik diskutiert. Begünstigt diese Erziehungspraxis sexuellen Missbrauch?

Von
  • Dagmar Dehmer
  • Amory Burchard
  • Uwe Schlicht
  • Tilmann Warnecke

Ganz egal, wie pädagogisch verbrämt der Missbrauch daherkommt: Dahinter steht immer ein Machtverhältnis. Reformpädagogik funktioniert auch ohne dass sich ein Lehrer von seinem Schüler sexuell befriedigen lässt, so wie auch emotionale und körperliche Nähe herstellbar ist, ohne einem Kind die Genitalien zu streicheln.

Von Lorenz Maroldt

Berichterstattung über die Missbrauchsfälle in Einrichtungen der katholischenKircheMissbrauch von Kindern und Jugendlichen in katholischen Einrichtungen ein neues Phänomen? Der Augsburger Bischof Walter Mixa weist den „Ungläubigen“, in Sonderheit den 1968ern, die Schuld am Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in 20 von 27 katholischen Klöstern und „Bildungseinrichtungen“ durch katholische Würdenträger zu.

Angesichts der zunehmenden Gewalt und der Diskussion um sexuellen Missbrauch an Schulen fordern der Landeselternausschuss und die Grünen eine unabhängige Ombudsstelle. Sie soll Anlauf- und Beschwerdestelle für Eltern, Schüler und Lehrer sein, die Hilfe bei Konflikten, Gewalt und Mobbing brauchen.

Von Susanne Vieth-Entus

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat endgültig den deutschen Papst Benedikt XVI. erreicht. Erst hörte Joseph Ratzinger am Freitag im Vatikan „tief erschüttert“ den Bericht der deutschen Bischöfe über sexuelle Übergriffe.

Ein 56-jähriger Sextäter aus Neukölln muss für acht Jahre in Haft. Zusätzlich wurde die Sicherungsverwahrung angeordnet, da der Mann Missbrauchstaten sogar im offenen Vollzug beging.

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Missbrauchsskandal: Justizministerium lädt Erzbischof ohne Absprache via Medien zu Treffen ein

Von Claudia von Salzen
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In Winnenden hängen Plakate: "Halten Sie Abstand. Bitte filmen Sie nicht die Gesichter von Menschen, die weinen." Heute findet hier das Gedenken an den Amoklauf eines Schülers der Albertville-Realschule statt. Die Tragödie, bei der 16 Personen starben, ist jetzt ein Jahr her, aber sie ist noch lange nicht vorbei.

Von Verena Mayer

Auch im katholischen Bistum Mainz sind jetzt erste Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch öffentlich geworden. Im Knabenkonvikt Bensheim soll es bis Ende der 1970er Jahre zu Misshandlungen und Übergriffen durch zwei Täter auf Schüler gekommen sein.

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Im ARD-Film „Keine Angst“ stellt sich eine 14-Jährige gegen die Hoffnungslosigkeit in einer Kölner Trabantenstadt.

Von Barbara Sichtermann

Sexuelle Gewalt an Kindern ist ein schweres Verbrechen. Schmerz, Scham und Schande empfindet jedes Opfer. Institutionen und Erwachsene müssen dafür sorgen oder gezwungen werden, dass Macht und Abhängigkeiten wirksam durchbrochen werden können. Für Wehrpflichtige gibt es dafür eine Instanz. Warum nicht für Kinder?

Deutsche Katholiken fordern Aufklärung von Papst Benedikt XVI. über seinen Umgang mit Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen. Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger bekräftigte unterdessen ihre Forderung nach einem runden Tisch zur Aufarbeitung.

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