Donald Trump und die Kunst : Griff ins Klo

Kunstkabbelei: Donald Trump wünscht sich einen van Gogh fürs Weiße Haus - das Guggenheim Museum bietet ihm stattdessen eine goldene Toilette an.

Maurizio Cattelans Skulptur "America"
Maurizio Cattelans Skulptur "America"Foto: AFP

Als großer Kunstkenner hat sich Donald Trump bislang noch nicht erwiesen. Vincent van Gogh aber kennt auch er – und wünschte sich aus den Beständen des Guggenheim Museum dessen „Paysage enneigé“ von 1890 zur Verschönerung seiner Amtsräume im Weißen Haus. Dass sich amerikanische Präsidenten Gemälde ausleihen, ist üblich. Den Kennedys wurde einst ein Delacroix vom Smithsonian Institute zur Verfügung gestellt, Obama entschied sich für abstrakte Malerei von Mark Rothko und Jasper Johns.

Leider sah sich das Guggenheim nicht in der Lage, die Anfrage positiv zu bescheiden. Womöglich hängt sich der unberechenbare Mr President den wertvollen van Gogh übers Klo! Also schickte die als scharfe Trump-Gegnerin bekannte Chefkuratorin Nancy Spector eine kackfreche Antwort, in der sie als Ersatz Maurizio Cattelans Skulptur „America“ anbot. Ein Objekt aus purem Gold, wie passend! Allerdings besitzt es die Form einer Toilettenschüssel, ein Werk also, das als Symbol für die gesellschaftliche Ungleichheit in den Vereinigten Staaten gedeutet werden kann. Oder auch als Anspielung auf Donald Trumps möglicherweise intime Russland-Kontakte unter dem Decknamen „Golden Shower“.

Gold im Badezimmer - das hat Trump schon zuhause

Dieses voll funktionstüchtige water closet, schrieb die Guggenheim-Kuratorin, werde man dem Weißen Haus statt des Gemäldes gerne als Dauerleihgabe überlassen, inklusive Hinweisen zu Installation und Pflege. Auf Nachfrage der „Washington Post“ wollte sich 57-jährige Cattelan nicht weiter zu der „äußerst delikaten Angelegenheit“ äußern, und auch aus dem Museum erhielt die Zeitung keinen Kommentar zum Casus „America“-Klo. Ebenso wenig aus dem Weißen Haus. Alle Beteiligten scheinen die Angelegenheit wohl hinter verschlossenen Türen aussitzen zu wollen.

Eins steht allerdings fest: Wenn Donald Trump edelmetallische Ausstattungselemente aus dem Bereich Körperhygiene betrachten will, muss er weder ins Guggenheim Museum gehen noch ins Weiße Haus. Sondern einfach nur ins Badezimmer seiner New Yorker Prunkwohnung.

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