"The Operative" auf der Berlinale : Kein klassischer Agentenfilm

Bei der Pressekonferenz zu "The Operative" redet Diane Kruger über ihre Vorbereitung auf die Rolle als Agentin, Regisseur Yuval Adler über den Mossad.

Das Team von "The Operative": Cas Anvar, Regisseur Yuval Adler, Diane Kruger und Martin Freeman (von links).
Das Team von "The Operative": Cas Anvar, Regisseur Yuval Adler, Diane Kruger und Martin Freeman (von links).Foto: AFP/Odd Andersen

Manchmal ahmt die Wirklichkeit die Fiktion nach und kriegt es nicht mal mit. Zum Beispiel Diane Kruger bei der Vorbereitung auf ihre Rolle als Agentin: Zwei bis drei Tage, so erzählte sie bei der Pressekonferenz zu „The Operative“, habe sie kleine Situationen ausprobiert, damit für sie die Rolle realistischer wurde – etwa bei wildfremden Leuten klingeln und sie dazu bringen, sie in ihre Wohnung und auf den Balkon zu lassen. Sie hat es geschafft – und ohne es zu ahnen dasselbe getan wie Brad Pitt in „Spy Game“, als Agentenschüler angeleitet von Robert Redford.

Aber das war ein klassischer Agentenfilm, während „The Operative“, das haben Regisseur Yuval Adler und seine Hauptdarsteller Diane Kruger, Martin Freeman und Cas Anvar wiederholt betont, nicht in der Tradition von James Bond oder Jason Bourne stehe. Er habe ja meistens sitzen müssen, seine Figur sei kein Kämpfer, und die Verfolgungsjagd zum Schluss sollte gar nicht toll aussehen, witzelte etwa Freeman. Was ihn an der Romanvorlage fasziniert habe, sei nicht speziell die Arbeit des Mossad, die bei anderen Geheimdiensten nicht viel anders aussehe, betonte Adler. Er habe den Mossad in ein schlechtes Licht gestellt? Nein, das sieht er nicht so.

Der Film konzentriere sich nicht darauf, welche Seite Recht habe oder nicht. Es sei auch keiner über den Iran, der nur den Hintergrund bilde – von einer zweiten Filmcrew unter offenbar etwas konspirativen Bedingungen und mit einem Kruger-Double gefilmt. Was ihn interessiert habe, seien das Innenleben der Figuren, ihre inneren Konflikte – als eine „Charakterstudie“, das Drama von Menschen in bestimmten Situationen. Wobei Diana Kruger sich nach den Dreharbeiten sicher ist: Eine wirkliche Agentin sein? Könnte sie nie.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben