Zeitschriftenbranche : Jeder Deutsche kauft jährlich 20 Zeitschriften

E-Bikes und Philosophie, das sind zwei Themenfelder, die für die Zeitschriftenbranche gerade besonders interessant sind. Wachstum wird allerdings vor allem digital erwirtschaftet.

90 neue Zeitschriften kamen 2017 auf den Markt, die Gesamtzahl stieg damit auf 5600 Titel.
90 neue Zeitschriften kamen 2017 auf den Markt, die Gesamtzahl stieg damit auf 5600 Titel.Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Über mangelndes Leserinteresse können sich die Zeitschriftenverlage nicht beschweren. 94 Prozent der Deutschen lesen nach Angaben des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) regelmäßig Magazine, bei den Jüngeren (14 bis 19 Jahre) sind es 87 Prozent. Statistisch gesehen kauft jeder Einwohner damit 20 Zeitschriften pro Jahr, sagte VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer am Dienstag in Berlin.

Im vergangenen Jahr erwirtschafteten 60 000 Mitarbeiter der Zeitschriftenbranche einen Umsatz von 14,8 Milliarden Euro, für 2018 wird eine stabile Entwicklung prognostiziert. Das Digitalgeschäft wächst weiter stark, das Zusatzgeschäft unter anderem mit Konferenzen wird immer wichtiger. Für das klassische Printgeschäft wird ein kleines Minus erwartet, zum Gesamtumsatz tragen Vertriebs- und Anzeigenerlöse noch 55 Prozent bei. Hauptwachstumsmotor ist das mobile Internet, das Smartphone bindet viel Aufmerksamkeit auf sich, so Scherzer. Fast die Hälfte der Verlage plant 2018 darum neue redaktionelle Digital-Angebote.

80 Prozent der Werbeinnahmen bleiben bei Google, Facebook & Co.

Sorgen machen den Verlagen darum auch die globalen Internetgiganten. Google, Facebook und Amazon werden Schätzungen zufolge in diesem Jahr ihren Anteil an den weltweiten digitalen Werbeerlösen auf rund 80 Prozent ausbauen. Die Politik müsse zudem dagegen vorgehen, dass marktbeherrschende Plattformanbieter bestimmte Medien bevorzugen oder benachteiligen oder sogar sperren. Wie beim klassischen Pressevertrieb müsse es auch bei Facebook & Co. einen diskriminierungsfreien Zugang geben.

Wie vital die Branche ist, zeigt sich bei den Neugründungen, deren Zahl 2017 nochmals auf 90 Titel gesteigert wurde. Die Themen reichen von E-Bikes bis zu Philosophie. Überhaupt weist der Trend seit Jahren nahezu kontinuierlich nach oben. Gab es im Jahr 2001 rund 1200 Zeitschriften, so waren es Ende 2017 über 5600 Titel, davon 1600 Publikumszeitschriften. Der VDZ hat rund 500 Mitglieder, bei 450 handelt es sich um kleinere und mittlere Verlage.

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