• 5460 Coronavirus-Infizierte in Deutschland: Zahl der akuten Coronafälle steigt erstmals seit zwei Monaten wieder
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5460 Coronavirus-Infizierte in Deutschland : Zahl der akuten Coronafälle steigt erstmals seit zwei Monaten wieder

Die Zahl der Neuinfizierten in Deutschland ging stetig zurück. Doch am Donnerstag meldeten die Ämter 555 neue Fälle – und damit erstmals wieder einen Anstieg.

Krankenpfleger in Essen bereiten sich auf Behandlung von Corona-Patienten vor.
Krankenpfleger in Essen bereiten sich auf Behandlung von Corona-Patienten vor.Foto: dpa

Die Zahl der akut mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Deutschland ist dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge erstmals seit rund zwei Monaten wieder gestiegen. Am Donnerstag wurden demnach 555 neu Infizierte von den Gesundheitsämtern gemeldet, während die Zahl der Genesenen mit rund 400 angegeben wurde.

Zudem starben 26 Menschen. Die Zahl der infektiösen Menschen stieg somit auf rund 5460. Im April lag diese zentrale Größe zeitweise bei über 60.000, war dann aber stetig gefallen – was Grund für die weitgehenden Lockerungen der Corona-Auflagen war.

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Das Robert-Koch-Institut verwies auf Unschärfen. „Die Zahl der Genesenen ist eine grobe Schätzung“, erklärte eine Sprecherin. Man könne zwar „akut Infizierte“ als Momentaufnahme und Größenordnung aus den Zahlen ableiten, „aber für einen kurzfristigen Trend kann ein solcher Schätzwert nicht verwendet werden.“

Bundesaußenminister Heiko Maas sagte:  "Die Entwicklung zeigt, dass die Lage nach wie vor fragil ist." Das Virus sei nicht verschwunden. Wenn die Maßnahmen immer weniger berücksichtigt würden, könne es sein, dass sich das Infektionsgeschehen wieder forciere. Dann müsse man notfalls auch wieder bereits gelockerte Restriktionen verhängen.

Zuletzt war laut RKI auch die sogenannte Reproduktionszahl, kurz R-Wert, wieder über den Wert von eins gestiegen. Dieser Ansteckungsfaktor ist am Mittwoch allerdings nun wieder unter die kritische Marke von 1,0 gesunken und liegt nun bei 0,86. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,11 gelegen. Der Faktor hat schon seit längerem nicht mehr die Bedeutung aus Zeiten hoher Fallzahlen, da selbst einzelne regionale Ausbrüche die Zahl schnell steigen lassen kann. Wenn diese wieder unter Kontrolle sind, sinkt sie entsprechend kurzfristig.

Mehr als 170.000 Menschen haben Coronavirus-Infektion überstanden

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert zuletzt ebenfalls bei 0,86 (Vortag: 0,9). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise 185.416 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. 8755 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland. Etwa 171.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Reuters, dpa)

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