AfD, NPD, Dritter Weg : Gegner der Rechten am 1. Mai in der Überzahl

Bei Kundgebungen in Chemnitz, Plauen und Dresden trafen rechte und linke Demonstranten aufeinander. In Erfurt kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

In Dresden stoppen Gegendemonstranten eine NPD-Demo.
In Dresden stoppen Gegendemonstranten eine NPD-Demo.Foto: Jörg Schurig/dpa-Zentralbild/dpa

Parallel zu den traditionellen Maikundgebungen hat die Polizei in Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen mit einem Großaufgebot Teilnehmer rechter und linker Demonstrationen auseinandergehalten. Bis auf Auseinandersetzungen der Polizei in Erfurt mit Demonstranten blieb es bei den Kundgebungen bis zum späten Nachmittag ruhig. Zu den Veranstaltungen der von AfD, NPD oder dem "Dritten Weg" kamen meist deutlich weniger Teilnehmer als erwartet.

In der thüringischen Hauptstadt Erfurt kam es bei Kundgebungen von linken und rechten Demonstranten zu Zusammenstößen mit der Polizei. Wegen eines Versuchs, die Polizeiabsperrung zwischen beiden Lagern zu durchbrechen, gingen Polizisten nach offiziellen Angaben mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen linke Protestierende vor. Diese kamen demnach aus den Reihen der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), der sich offenbar auch andere Gruppen angeschlossen hatten.

Bei dem Vorfall wurde ein Polizist verletzt. Ein weiterer Beamte erlitt bei einem weiteren sogenannten Durchbruchsversuch leichte Verletzungen durch einen tritt. Insgesamt war von vier verletzten Polizisten die rede. Darüber hinaus wurden 13 Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Widerstands gegen Beamte aufgenommen. Ein Anfangsverdacht bezüglich weiterer Straftaten, insbesondere wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, werde geprüft. Unter anderem hatten Demonstranten laut Polizei auch Steine aufgehoben.

Zu dem Aufmarsch der AfD kamen in Erfurt nach Schätzungen örtlicher Medien etwa 500 Menschen, der DGB und linke Organisatoren versammelten demnach gemeinsam mehrere tausend Teilnehmer. In Chemnitz folgten nach offiziellen Angaben rund 1100 Menschen einem Aufruf des parteiübergreifenden Bündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“. Die AfD hatte dort eine Versammlung mit etwa 500 Teilnehmern angemeldet, es kamen jedoch deutlich weniger. Als Rednerin trat unter anderen die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch auf.

Im vogtländischen Plauen hielt die Polizei Hunderte Gegendemonstranten und einen Aufmarsch der rechtsextremen Partei Der Dritte Weg auf Abstand. Nach ersten Schätzungen der Polizei beteiligten sich etwa 300 Menschen an der Versammlung der Rechten. Kritik gab es daran, dass rechte Demonstranten sogenannte Signalfackeln abbrannten. Laut Polizei hatte die Versammlungsbehörde dies allerdings für den Beginn und das Ende der Versammlung genehmigt. Die Leipziger Polizei meldete einen ruhigen Einsatzverlauf.

In Dresden wollte die rechtsextreme NPD zusammen mit ihrer Jugendorganisation 300 bis 400 Menschen auf die Straße bringen. Es kamen jedoch deutlich weniger. Die Teilnehmer kamen lediglich etwa 100 Meter weit - dann stießen sie auf eine Blockade von Gegendemonstranten.

Landesweit waren in Sachsen mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei im Einsatz, dazu war Verstärkung aus Sachsen-Anhalt und Bayern angefordert worden.

Im nordrhein-westfälischen Duisburg sprach die Polizei von einem „insgesamt ruhigen Auftakt“ einer Demonstration der Partei Die Rechte sowie von Protesten dagegen. Zur Demonstration der Rechten wurden bis zu 500 Menschen erwartet, zu den elf Gegenveranstaltungen bis zu 5000. (AFP/dpa)

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