• „Das war ein abscheuliches Verbrechen“: Bin Salman will nichts vom Mordauftrag an Khashoggi gewusst haben
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„Das war ein abscheuliches Verbrechen“ : Bin Salman will nichts vom Mordauftrag an Khashoggi gewusst haben

Als ein Anführer Saudi-Arabiens trage er die Verantwortung für den Mord an Khashoggi, so bin Salman. In einem Interview äußerte er sich auch zum Iran-Konflikt.

Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman.
Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman.Foto: imago/ Mikhail Klimentyev

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat die „volle Verantwortung“ für die Ermordung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Generalkonsulat in Istanbul im Oktober 2018 übernommen. Allerdings wies er den Vorwurf zurück, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. „Absolut nicht“, antwortete er auf die entsprechende Frage in einem am Sonntag vom US-Sender CBC News ausgestrahlten Interview.

Journalisten stellten für sein Land keine Bedrohung dar, sagte Salman. Als ein Anführer Saudi-Arabiens trage er die Verantwortung für die Ermordung Khashoggis. „Das war ein abscheuliches Verbrechen.“ Er stritt ab, von den Mordanschlagsplänen gewusst zu haben. Für die saudische Regierung arbeiteten täglich drei Millionen Menschen, sagte Salman. „Es ist unmöglich, dass sie alle täglich der politischen Führung über ihre Arbeit berichten.“

Jamal Khashoggi lebte in den USA und war Kolumnist der „Washington Post“. Er wurde im saudischen Konsulat in Istanbul in der Türkei von einem saudischen Spezialkommando getötet, als er Papiere für seine geplante Hochzeit abholen wollte. Ein UN-Sonderbericht hatte eine direkte mögliche Verbindung zum Kronprinzen Salman hergestellt. Die saudische Regierung hat den Mord eingeräumt, weist aber jeden Vorwurf zurück, das Königshaus könne involviert gewesen sein.

Bin Salman fordert "entschlossene" Maßnahmen gegen Teheran

Zugleich warnte Saudi-Arabiens Kronprinz vor einer Eskalation des Konflikts mit dem Iran. Ein Krieg mit dem Iran hätte verheerende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft, sagte Mohammed bin Salman in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Fernsehsender CBS. Er bevorzuge eine nicht-militärische Lösung zur Beilegung der Spannungen mit Teheran, sagte Mohammed weiter.

"Wenn die Welt keine starken und entschlossenen Maßnahmen findet, um den Iran abzuschrecken, droht uns eine weitere Eskalation, die die globalen Interessen bedroht", sagte Salman dem Sender. In diesem Falle würden die Ölversorgung unterbrochen und die Ölpreise in "unvorstellbarer" Weise ansteigen, warnte der Prinz.

Die Angriffe auf saudi-arabische Ölanlagen Mitte September, für den sein Land den Iran verantwortlich machte, bezeichnete Mohammed als "dumm". Zu den Angriffen hatten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen bekannt. Die USA, Saudi-Arabien und mehrere europäische Regierungen, darunter Deutschland, machten indes den Iran verantwortlich. Teheran weist jede Verantwortung für die Angriffe zurück. (dpa, AFP)

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