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Gericht sieht Verdunkelungsgefahr : Trumps Ex-Wahlkampfleiter Manafort muss in U-Haft

Trumps früherer Wahlkampfleiter Paul Manafort gerät in immer größere juristische Bedrängnis: Jetzt muss er in Untersuchungshaft.

Paul Manafort musste am Freitag zu einer Anhörung erscheinen.
Paul Manafort musste am Freitag zu einer Anhörung erscheinen.Foto: Brendan Smialowski/AFP

US-Sonderermittler Robert Mueller hat den früheren Wahlkampfleiter von Präsident Donald Trump, Paul Manafort, am Freitag offiziell wegen Justizbehinderung angeklagt. Manafort soll versucht haben, Zeugen zu Falschaussagen zu bewegen. Bislang hatte Mueller gegen den früheren Trump-Vertrauten nur die Anklagepunkte Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Bankbetrug vorgebracht. Eine US-Bundesrichterin in Washington entschied am Freitag daraufhin, bei Manafort bestehe Verdunkelungsgefahr und ordnete Untersuchungshaft an.

Manafort habe Zeugen für die gegen ihn anstehenden Prozesse angerufen oder über verschlüsselte Textbotschaften kontaktiert, um sie zu "erheblichen Falschaussagen" zu bewegen, hieß es in einem bereits am Montag bekannt gewordenen Gerichtsdokument.

Mueller klagte am Freitag auch Manaforts russischen Geschäftspartner Konstantin Kilimnik an. Auch dieser soll versucht haben, Zeugen zu beeinflussen. Die Ermittler verdächtigen Kilimnik zudem der Kontakte zum russischen Geheimdienst.

Der frühere FBI-Chef Mueller ermittelt zu der Frage, ob Trumps Wahlkampfteam vor Amtsantritt des Präsidenten illegal mit Moskau kooperierte und ob der US-Präsident später versuchte, die Ermittlungen zu den Russland-Kontakten zu behindern. Bisher führte Muellers Untersuchung zu mehr als 20 Anklagen, die meisten von ihnen gegen russische Bürger und Firmen, die sich in den US-Wahlkampf eingemischt haben sollen.

Die bisherigen Ermittlungen Muellers führten aber auch zur Anklage und Festnahme Paul Manaforts. Diesem und seinem Vertrauten Rick Gates werden Geldwäsche und Steuervergehen im Zusammenhang mit ihrer Beratertätigkeit für den gestürzten prorussischen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch vorgeworfen. Ein erster Prozess soll am 10. Juli beginnen, weitere Anklagepunkte werden vom 17. September an verhandelt. Der 69-Jährige war im Juni 2016 zu Trumps Wahlkampfleiter ernannt worden. Zwei Monate später musste er den Posten wieder abgeben, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, er habe mehr als zwölf Millionen Dollar von der Janukowitsch-Partei erhalten.

Manafort ist der einzige der vier Angeklagten aus Trumps Wahlkampfteam, der nicht mit den Sonderermittlern kooperiert. Er stand seit Oktober unter Hausarrest. Bei den Zeugenaussagen geht es um Manaforts Kontakte zur sogenannten Hapsburg Gruppe, die ungesetzliche Lobbyarbeit für die Ukraine betrieben haben soll. (AFP)

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