• „Jetzt ist Teamarbeit gefragt“: Ex-Kandidatenpaar Kampmann und Roth mit Zustand der SPD unzufrieden

„Jetzt ist Teamarbeit gefragt“ : Ex-Kandidatenpaar Kampmann und Roth mit Zustand der SPD unzufrieden

Die Parteispitze fokussiere sich auf „Einzelmaßnahmen“ und nicht die „große, sozialdemokratische Erzählung“. Bei der Urwahl war das Duo auf Platz drei gelandet.

Läuft noch nicht: Kampmann/Roth sind mit dem Kurs der SPD nicht zufrieden.
Läuft noch nicht: Kampmann/Roth sind mit dem Kurs der SPD nicht zufrieden.Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Die im Rennen um den SPD-Parteivorsitz unterlegenen Christina Kampmann und Michael Roth haben deutliche Kritik am Zustand der Partei geübt. „Einige in der Partei glauben, die SPD sei eine Raupe und sie müsse sich nur stark genug in einen Kokon einspinnen, dann würde schon ein schöner Schmetterling aus ihr. Ich halte das für Unsinn“, sagte Roth dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Die SPD muss sich möglichst breit aufstellen, jetzt ist Teamarbeit gefragt“, so der Staatsminister im Auswärtigen Amt.

Er beklagte daneben die uneinheitliche Außendarstellung von Regierungs-SPD und Partei. „Die Menschen im Land unterscheiden ja nicht zwischen einer SPD im Willy-Brandt-Haus und einer SPD in der Regierung. Für sie gibt es nur eine SPD“, sagte er. „Es geht nicht, dass in der SPD die einen Hü und die anderen Hott sagen.“ Die neuen Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sollten an einer sozialdemokratischen Erzählung arbeiten statt immer neue Einzelmaßnahmen zu fordern. „Ich verstehe die Ungeduld der neuen Parteichefs, jetzt etwas bewegen zu wollen. Wichtig ist, diese vielen guten Einzelmaßnahmen in eine große sozialdemokratische Erzählung einzubetten“, sagte er.

Kampmann forderte von der SPD-Spitze mehr Führung ein. „Ich bin sicher, dass die Partei jetzt Führung und Orientierung von den neuen Vorsitzenden erwartet. Was sind Konzepte und Strategien der SPD? Wie sehen Visionen für die nächsten zehn Jahre aus?“, sagte sie. Die aktuelle Situation der Partei sei dramatisch. „Deshalb habe ich null Verständnis für die, die immer noch Zwietracht säen oder in den sozialen Medien gegen die eigenen Leute schießen.“ (dpa)

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