Machtkampf : Guaidó lässt Vertretungen Venezuelas in den USA besetzen

Der Machtkampf mit Staatschef Maduro weitet sich aus: Vertraute des Oppositionsführers haben die Kontrolle über drei diplomatische Vertretungen übernommen.

Juan Guaidó am Montag in Venezuelas Hauptstadt Caracas.
Juan Guaidó am Montag in Venezuelas Hauptstadt Caracas.Foto: imago images / Agencia EFE / Raul Martinez

Im Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition in Venezuela will der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó die Botschaften und Konsulate im Ausland unter seine Kontrolle bringen. Am Montag übernahmen Vertraute des Oppositionsführers zwei Niederlassungen des Militärattachés in der US-Hauptstadt Washington und das Konsulat in New York. „Das ist Teil unserer Kampagne zum Schutz der Vermögenswerte der Republik“, sagte der von Guaidó ernannte Botschafter in den USA, Carlos Vecchio.

Der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza forderte die US-Regierung dazu auf, die aus seiner Sicht illegale Besetzung der diplomatischen Niederlassungen zu unterbinden. „Sollte die US-Regierung ihre internationalen Verpflichtungen weiterhin nicht erfüllen, behält sich die venezolanische Regierung ähnliche Schritte im venezolanischen Staatsgebiet vor“, hieß es in einer Mitteilung.

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro brach die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ab, nachdem sich das Weiße Haus hinter seinen Widersacher Guaidó gestellt hatte. Beide Länder zogen ihr diplomatisches Personal daraufhin ab. Der venezolanische Militärattaché in Washington, Oberst José Silva Silva, war einer der ersten Militärs, die Guaidós Gegenregierung unterstützten.

In Costa Rica reichte die Maduro-Regierung bei der Generalstaatsanwaltschaft eine Anzeige wegen rechtswidriger Machtübernahme des Botschaftsgebäudes gegen die von Guaidó eingesetzte Botschafterin María Faría ein, wie lokale Medien berichteten. Faría hatte Ende Februar das Gebäude in San José mit einer Delegation übernommen. Sie gab die Schlüssel nach Kritik der costa-ricanischen Regierung allerdings wieder zurück. (dpa)

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