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Massaker in texanischer Grenzstadt : Auch ein Deutscher unter den Toten von El Paso

Die Polizei in El Paso hat fast alle Opfer des Angriffs in einem Einkaufszentrum identifiziert. Am Mittwoch wird US-Präsident Trump in der Stadt erwartet.

Ein behelfsmäßiges Denkmal für die Opfer des Massakers in El Paso
Ein behelfsmäßiges Denkmal für die Opfer des Massakers in El PasoFoto: dpa/AP/John Locher

Bei dem offenbar rassistisch motivierten Angriff im texanischen El Paso mit 22 Toten ist auch ein deutscher Staatsbürger ums Leben gekommen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts bestätigte am frühen Dienstagmorgen die Angaben von El Pasos Polizeichef Greg Allen. Es blieb zunächst unklar, ob es sich um einen in den USA lebenden Deutschen oder einen Urlauber handelte.

Die Bundesanwaltschaft hat daher ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe sagte am Dienstag dem Tagesspiegel, es werde ermittelt, weil eines der Todesopfer ein deutscher Staatsbürger ist. Die Bundesanwaltschaft schaltet sich regelmäßig ein, wenn bei terroristischen Anschlägen im Ausland Deutsche zu Tode kommen oder verletzt werden. Einzelheiten zu dem deutschen Opfer in El Paso und den Ermittlungen nannte die Sprecherin nicht.

Neben dem Deutschen wurden nach Angaben der Polizei in El Paso auch drei US-Bürger und sieben Mexikaner getötet worden. Bei einem weiteren Todesopfer sei die Nationalität noch unklar.

Bürgermeister Dee Margo erklärte, US-Präsident Donald Trump habe die Hilfe der Bundesbehörden angeboten und werde El Paso am Mittwoch besuchen.

Trump spricht von „Geisteskranken“

In den USA wuchs unterdessen erneut der Ruf nach strengeren Waffengesetzen - und die Kritik an Trump. Der republikanische Präsident hatte am Montagmorgen noch über Twitter strengere Überprüfungen für Waffenbesitzer gefordert, Stunden später schien er sich aber wieder davon zu distanzieren. Das zeige, dass der Präsident ein „Gefangener der Waffenlobby“ bleibe“, erklärten führende Demokraten in einer Stellungnahme. Sie versuchen seit Monaten, schärfere Hintergrundprüfungen im Kongress durchsetzen, doch die Republikaner blockieren das Vorhaben.

Trump verurteilte die Taten vom Wochenende in El Paso und Dayton, wo ein Schütze neun Menschen tötete, als barbarisch. Er forderte Gesetzesänderungen, um sicherzustellen, dass psychisch Kranke, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen, nicht im Besitz von Waffen kommen können. „Geisteskrankheiten und Hass ziehen den Auslöser, nicht die Waffe“, sagte Trump. Zudem will er eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen, die die Todesstrafe bei Hassverbrechen in Form von Massenmord vorsehen würde.

Obama kritisiert Trump - ohne ihn beim Namen zu nennen

Mit Blick auf die offenbar rassistisch motivierte Tat in El Paso kritisierten prominente Demokraten, Trump ebne mit seiner eigenen Rhetorik den Weg für Hassverbrechen wie eben jenes. Trump hat die Eindämmung illegaler Einwanderung über die US-mexikanische Grenze zu einem Kernpunkt seiner Präsidentschaft gemacht. Seit längerem werfen ihm Kritiker vor, mit seiner aggressiven Rhetorik - vor allem gegen politische Gegner - den Rassismus im Land zu befeuern.

Auch der frühere US-Präsident Barack Obama verurteilte eine von manchen Politikern genutzte Sprache der Angst und des Hasses - er nannte jedoch seinen Nachfolger nicht beim Namen. Obama erklärte: „Wir müssen eine Sprache gründlich ablehnen, die aus den Mündern unserer Anführer kommt und ein Klima aus Angst und Hass schürt oder rassistische Vorurteile normalisiert.“

Der mutmaßliche Täter von El Paso - ein 21-jähriger Weißer - hatte sich der Polizei ergeben und ist in Gewahrsam. Die Ermittler gehen hier von einem rassistischen Hintergrund aus. Das Motiv des 24-jährigen Täters in Dayton, der auch seine eigene Schwester erschoss, blieb zunächst noch unklar. Er hatte bis zu 250 Schuss Munition bei sich, wurde aber schon nach rund 30 Sekunden von Polizeibeamten unter Feuer genommen und dann getötet.

Seit Jahresanfang hat es laut einer Statistik der Organisation Gun Violence Archive in den USA mehr als 250 sogenannte „Mass Shootings“ gegeben, also Fälle, bei denen mindestens vier Menschen durch Schusswaffengewalt verletzt oder getötet wurden. Rechnerisch ist das mehr als ein solcher Fall pro Tag. (dpa)

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