Nachwuchs bei Harry und Meghan : Das furchtbar harte Leben royaler Babys

Das neueste Kind aus dem britischen Königshaus erwarten Jahre des Luxus und der Aufmerksamkeit. Man kann den Jungen nur bedauern. Eine Glosse

Die Fans des Königshauses wurden in den vergangenen Tagen schon ungeduldig.
Die Fans des Königshauses wurden in den vergangenen Tagen schon ungeduldig.Foto: AFP/Adrian Dennis

Da müssen wir jetzt mal durch. Es ist ein Junge, und es ist keine Yellow-Press-Lüge! Baby Sussex ist auf der Welt, und die Namenswetten favorisieren angeblich Albert, Philip oder Arthur, aber das sind nur Wetten. Falls nämlich Prinz Harry und Gemahlin Meghan, die stolzen Eltern, irgendwas mehr in Richtung Sunshine Ohio oder Bronx Mowgli favorisieren, kann ihnen kaum jemand in den Arm fallen. Es hat ja auch wenig Sinn, einem Kind, das ohnehin nie König wird, einen dieser verzopften Adelsnamen zu geben, nicht wahr?

Davon abgesehen können wir den Jungen nur bedauern. Sobald er begriffen hat, dass ihm ein paar hundert Millionen Menschen täglich auf die Finger schauen, persönlich oder vermittelt über die im südlichen England akkreditierten Paparazzi, wird er sich fragen, ob das die Geburt wert war.

Der erste Suff, der erste Joint, das erste zarte Date: Immer gleich Schlagzeilen. „Ist sie die Richtige?“ wird es heißen, wenn die Eltern erstmals ein Mädchen zum Gartenfest einladen, und „Tödliche Gefahr für Prinz Sussex!“, wenn er mal 38 Fieber hat oder in einer königlichen Parkanlage weit weg ein Ast vom Baum fällt.

Tue Gutes!

Und auch der Lebensweg ist vorgezeichnet. Das Notwendige lernen beim Privatlehrer der Royals, einen Labrador großziehen, dann eine schräge Sportart wie Polo oder Kricket einüben, im richtigen Alter kurz der Royal Army beitreten und mit dem Hubschrauber über den Sussex Downs herumfliegen, vielleicht auch mal einen Truppenbesuch in Afghanistan oder dem jeweils aktuellen Krisengebiet riskieren.

Und Gutes tun! Gutes tun ist enorm wichtig für die gesellschaftliche Akzeptanz der Monarchie, wobei darauf zu achten ist, dass das fette Bentley-SUV hinter einer dichten Hecke steht, bevor die letzten Meter bis zum Charity-Basar mit dem klimafreundlichen Klapprad zurückgelegt werden. Ein richtiger Beruf dürfte eher entbehrlich sein, rechtzeitige Verehelichung dagegen obligatorisch. Und alles, alles für die Monarchisten dieser Welt.

Alternativ kann sich Baby Sussex natürlich für eine Karriere als Frauenheld, Rüpel und Schande der Familie entscheiden und irgendwo zum persönlichen Brexit untertauchen; in Berlin hätten wir da ein paar Stellen frei. Aber insgesamt gesehen: Da hat einer ein ziemlich anstrengendes Leben begonnen.

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