Rassismus-Debatte in den USA : Elite-Universität Princeton benennt Institut um

Ex-US-Präsident Wilson ist nicht mehr Namensgeber für ein Institut in Princeton. Sein Rassismus sei „folgenschwer“ gewesen, sagt die Uni – und räumt Fehler ein.

US-Uni Princeton: Blick auf die jetzt umbenannte „Woodrow Wilson School of Public and International Affairs“
US-Uni Princeton: Blick auf die jetzt umbenannte „Woodrow Wilson School of Public and International Affairs“Foto: dpa/AP/Mel Evans

Infolge der jüngsten Debatte um Rassismus in den USA hat die Elite-Universität Princeton ihr bislang nach dem früheren US-Präsidenten Woodrow Wilson benanntes Politik-Institut umbenannt. „Wilsons Rassismus war bedeutend und folgenschwer, selbst an den Standards seiner Epoche gemessen“, sagte Universitätspräsident Christopher Eisgruber am Samstag. Princeton habe Wilson, der von 1913 bis 1921 Präsident gewesen war, nicht wegen seines Rassismus geehrt, habe sich davon aber nicht abhalten lassen, erklärte er.

„Das jedoch ist letztlich das Problem. Princeton ist Teil eines Amerikas, das Rassismus zu oft gering geschätzt, ignoriert oder entschuldigt hat“, schrieb Eisgruber. Dies habe das Andauern von „Systemen, die gegen Schwarze diskriminieren, erlaubt“, sagte er.

Die Entscheidung zur Umbenennung sei auf seine Empfehlung hin am Freitag vom Aufsichtsrat der Universität getroffen worden. Das Institut werde künftig „Princeton School of Public and International Affairs“ heißen.

Noch 2016 hatte das Gremium eine Umbenennung trotz Protesten von Studenten abgelehnt. Der Tod George Floyds bei einem brutalen Polizeieinsatz habe eine neue kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus hervorgerufen, sagte Eisgruber.

Seit Floyds Tod vor gut einem Monat und den darauffolgenden Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus haben in den USA bereits viele Institutionen und Firmen Umbenennungen angestoßen.

Im südlichen Bundesstaat Mississippi debattierten Abgeordnete eine Änderung der seit 1894 gültigen Flagge des Staates, weil diese an die einstigen Sklavenhalter des Südens, die Konföderierten, erinnert. Gouverneur Tate Reeves erklärte am Samstag, er werde das Gesetz unterschreiben, wenn die Abgeordneten für eine Änderung stimmten. (dpa)

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