Rede von Präsident Ruhani : Iran kündigt Lohnerhöhungen und mehr Subventionen an

Der von Wirtschaftssanktionen der USA betroffene Iran hebt Löhne und Beihilfen für die Grundversorgung an. Vielen Menschen dürfte das kaum helfen.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani spricht im Parlament.
Der iranische Präsident Hassan Ruhani spricht im Parlament.Foto: Vahid Salemi/AP/dpa

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat am Dienstag den ersten Haushaltsentwurf seit Wiederinkrafttreten der US-Sanktionen vorgestellt. Dabei kündigte Ruhani eine 20-prozentige Erhöhung der Gehälter im öffentlichen Dienst an. Auch die staatlichen Hilfen etwa für den Kauf von Nahrungsmitteln und Medizin werden Ruhani zufolge um etwa acht Prozent auf umgerechnet rund 14 Milliarden Dollar aufgestockt. Faktisch dürften die Bedürftigen aber weniger Kaufkraft haben, da die iranische Währung stark unter Druck steht.

Der Haushaltsentwurf für 2019 sei angepasst worden, sagte der Präsident bei seiner Rede im Parlament, die live vom Staatsfernsehen übertragen wurde. Von dem Verkauf wie vieler Barrel Öl der Iran trotz der Sanktionen ausgeht, ist im Entwurf nicht ersichtlich.

"Im vergangenen Jahr hatten wir einige Probleme", sagte Ruhani unter Verweis auf die Proteste gegen Korruption und Misswirtschaft vor fast einem Jahr. "Diese Ereignisse haben die Amerikaner bewogen, ihre Haltung in Bezug auf die Islamische Republik und das Atomabkommen zu ändern", sagte Ruhani. Ziel der USA sei es, den Iran "in die Knie zu zwingen". Anfang Dezember hatte Ruhani den USA "Wirtschaftsterror" vorgeworfen. Die von US-Präsident Donald Trump wieder eingesetzten Strafmaßnahmen seien "ungerecht und illegal", sagte Ruhani in einer Rede.

Trump will iranische Ölexporte auf Null senken

Trump war im Mai aus dem internationalen Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms von 2015 ausgestiegen und hatte Anfang August und Anfang November neue Finanz- und Handelsbeschränkungen verhängt. Ziel des US-Präsidenten ist es, die iranischen Ölexporte auf Null zu senken. Große Abnehmerländer wie China und Indien wurden aber von dem Öl-Embargo ausgenommen.

Die anderen Unterzeichnerstaaten des Atomabkommens - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China - bemühen sich, das Atomabkommen zu retten und den Handel fortzuführen. Vor Inkrafttreten der Sanktionen exportierte der Iran rund 2,5 Millionen Barrel pro Tag. (AFP, Reuters)

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