• „Schickt sie zurück, schickt sie zurück“: Trump will mit Sprechchören gegen Demokratin nichts zu tun haben

„Schickt sie zurück, schickt sie zurück“ : Trump will mit Sprechchören gegen Demokratin nichts zu tun haben

Anhänger des Präsidenten hatten fremdenfeindliche Rufe gegen die Kongressabgeordnete Ilhan Omar skandiert. Nun versuchte Trump, sich zu distanzieren.

Der Präsident der USA Donald Trump.
Der Präsident der USA Donald Trump.Foto: imago images / UPI Photo

Nach einer Wahlkampfveranstaltung mit feindlichen Sprechchören gegen die Demokratin Ilhan Omar hat US-Präsident Donald Trump versucht, sich von den - von ihm selbst angestachelten - Tiraden zu distanzieren. „Ich war nicht glücklich darüber“, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus mit Blick auf die Veranstaltung am Vorabend. „Ich fühlte mich ein bisschen schlecht deswegen“, erklärte er und behauptete: „Ich stimme da übrigens nicht mit überein.“

Trump hatte am Mittwochabend eine Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat North Carolina zu neuen Beleidigungen und Attacken gegen Omar und drei ihrer Parteikolleginnen genutzt - und seine Anhänger damit zu Hasstiraden ermutigt. Die Menge quittierte Trumps Worte bei der Rede in Greenville mit der Parole „Schickt sie zurück!“ und schloss sich damit der Position des Präsidenten an.

Trump hatte Omar und drei weitere Demokratinnen aus dem US-Kongress in den vergangenen Tagen mehrfach aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen, wenn es ihnen in den USA nicht gefallen.
Die Szene bei der Wahlkampfveranstaltung sorgte erneut für scharfe Kritik am Präsidenten. Der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, nannte den Vorfall am Donnerstag verabscheuungswürdig und warf Trump vor, die schlimmsten Instinkte in den Menschen anzusprechen.

Omar bezeichnete Trump als „Faschisten“ bezeichnet. „Wir haben gesagt, dieser Präsident sei ein Rassist, wir haben seine rassistischen Äußerungen verurteilt. Ich glaube, er ist ein Faschist“, sagte sie am Donnerstag vor Journalisten in Washington. Tags zuvor hatten Anhänger Trumps auf einer Wahlkampfveranstaltung des Präsidenten die Muslimin mit erniedrigenden Parolen bedacht.

Die demokratische US-Kongressabgeordnete Ilhan Omar.
Die demokratische US-Kongressabgeordnete Ilhan Omar.Foto: AFP/Kerem Yucel

Auf die Frage, warum er die Sprechchöre seiner Anhänger nicht gestoppt habe, entgegnete Trump, er habe genau das getan, indem er „sehr schnell“ seine Rede fortgesetzt habe. Tatsächlich hatte Trump kurz pausiert und war einen Schritt von seinem Rednerpult weggetreten, während die Menge „Schickt sie zurück!“ rief.

Die vier Politikerinnen, die Trump seit Tagen verbal attackiert, sind alle US-Bürgerinnen: Alexandria Ocasio-Cortez ist puerto-ricanischer Abstammung, geboren in New York; Rashida Tlaib ist Tochter palästinensischer Einwanderer, geboren in Detroit; Ayanna Pressley ist Afroamerikanerin, geboren in Chicago. Omar kam zwar in Somalia auf die Welt, wurde aber schon als Teenager in den USA eingebürgert. (dpa, AFP)

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