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Trump und Kim in Hanoi : Weißes Haus schließt Reporter vom Abendessen aus

Donald Trump trifft Kim Jong Un, um weiter über Nordkoreas Entnuklearisierung zu reden. Für das Abendessen wurde die Zahl der US-Journalisten eingeschränkt.

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.
US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.Foto: dpa/ Evan Vucci

Das Weiße Haus hat die Zahl der US-Journalisten eingeschränkt, die für Äußerungen zum Auftakt des Abendessens von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Hanoi zugelassen wurden. Die Korrespondentin des „Wall Street Journal“, Vivian Salama, berichtete, sie sei die einzige Print-Journalistin aus dem Reporterpool gewesen, die anwesend sein durfte. Der Korrespondent der „Los Angeles Times“, Eli Stokols, schrieb auf Twitter, vier Print-Journalisten seien ausgeschlossen worden. Stokols warf dem Weißen Haus vor, die Reporter seien „bestraft“ worden, weil sie Trump davor Fragen gestellt hätten.

Trump wird auf Reisen von einem Reporterpool aus wechselnden Print-, Foto-, Radio- und Fernsehjournalisten begleitet. Der Pool versorgt wiederum andere Korrespondenten, die über das Weiße Haus berichten, mit Informationen. Nach Anmerkungen von Trump und Kim bei deren Begrüßung vor dem Abendessen am Mittwoch hatten Print-Journalisten aus dem Pool Fragen in den Raum gerufen. Unter anderem wurde Trump nach einer Reaktion auf die Vorwürfe seines Ex-Anwalts Michael Cohen gefragt. Trump hatte daraufhin lediglich den Kopf geschüttelt.

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.
US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.Foto: AFP/ Saul Loeb

Salama berichtete, die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, habe nach den Fragerufen ursprünglich alle Print-Journalisten ausschließen wollen. Nach Protesten auch der Foto-Reporter habe Sanders dann eine Print-Journalistin zugelassen. Sanders teilte mit, „wegen des sensiblen Charakters der Treffen“ sei der Reporterpool für den Auftakt des Essens auf eine kleinere Gruppe beschränkt worden.

Für US-Reporter ist die Vietnam-Reise Trumps bislang holprig verlaufen. Am Dienstag musste das vom Weißen Haus eingerichtete Pressezentrum umziehen, das im selben Hotel wie Kim untergebracht war. Das US-Pressezentrum wurde daraufhin in das nahe gelegene internationale Medienzentrum verlegt.

Trump und Kim Jong Un am Mittwoch zum Gipfel zusammengekommen

Acht Monate nach ihrem ersten Treffen sind US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am Mittwoch zu einem neuen Gipfel zusammengekommen. In Vietnams Hauptstadt Hanoi begrüßten sie sich zum Auftakt mit einem langen Handschlag.

Trump äußerte zum Auftakt die Erwartung, dass die Gespräche mit Kim "sehr erfolgreich" sein würden, während Kim sich überzeugt zeigte, dass es "dieses Mal" ein zufriedenstellendes Resultat geben werde. Auf die Frage, ob bei den Gesprächen in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi das Ende des Korea-Kriegs verkündet werde, sagte Trump: "Wir werden sehen." Kim zeigte sich zuversichtlich, dass beide Staatsmänner zu einem guten Ergebnis kommen könnten. "Ich werde mein Bestes geben."

Trump und Kim kommen zunächst zu einem 20-minütigen Gespräch unter vier Augen zusammen, anschließend gab es ein Abendessen in größeren Kreis mit Beratern und Ministern. Aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Ablaufplan des Weißen Hauses für den zweiten und letzten Gipfeltag ging hervor, dass Trump und Kim eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen wollen.

Trumps Konvoi machte sich am Mittwochabend vietnamesischer Zeit auf den Rückweg zum Hotel - zwölf Minuten später als nach dem ursprünglichen Ablaufplan des Weißen Hauses geplant. Am Donnerstag wollen Trump und Kim ihre Gespräche in der vietnamesischen Hauptstadt fortsetzen. Trumps Ziel ist die atomare Abrüstung Nordkoreas. Kim erwartet von den USA Zugeständnisse wie die Lockerung von Sanktionen gegen sein Land. Kurz vor seinem Treffen mit Kim kündigt Trump per Twitter an, sie würden sehr hart für ein atomwaffenfreies Korea arbeiten. Dann könne man Nordkorea auch zu einem wirtschaftlichen Kraftzentrum machen. (Tsp, Reuters, dpa)

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