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Von norwegischem Parlamentsmitglied : Trump ist für den Friedensnobelpreis nominiert

Ein rechtspopulistischer Politiker aus Norwegen hat US-Präsident Trump für den Friedensnobelpreis nominiert. Er sei aber „kein großer Trump-Befürworter“.

Ein norwegisches Parlamentsmitglied hat Donald Trump für den Friedensnobelpreis nominiert.
Ein norwegisches Parlamentsmitglied hat Donald Trump für den Friedensnobelpreis nominiert.Foto: Imago

Ein Mitglied des norwegischen Parlaments hat nach eigenen Angaben US-Präsident Donald Trump für den Friedensnobelpreis 2021 nominiert. Christian Tybring-Gjedde von der rechtspopulistischen Fortschrittspartei sieht in Trump einen der Hauptverantwortlichen dafür, dass der Friedensprozess zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten voranschreitet. Das schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

Der Norweger wolle Trump aufgrund seiner Verdienste zur Lösung weltweiter Konflikte nominieren. „Ich denke, er hat mehr getan, um Frieden zwischen Nationen zu stiften, als die meisten anderen Friedensnobelpreis-Nominierten“, sagte Tybring-Gjedde zu „Fox News“.

Tybring-Gjedde ist nicht nur zum vierten Mal Mitglied des norwegischen Parlaments, sondern auch Vorsitzender der norwegischen Delegation in der NATO-Versammlung.

In seinem Nominierungsbrief soll Tybring-Gjedde geschrieben haben, dass die Trump-Regierung eines Schlüsselrolle beim Aufbau der Beziehung zwischen Israel und den Emiraten gespielt hat. Trotzdem sei er „kein großer Trump-Befürworter“.

Trumps Berater sieht ihn als „Spitzenreiter“

Er hoffe, dass das Nobelkomitee beurteilen könne, was Trump international erreicht hat, und nicht über etablierte Vorurteile gegenüber dem Präsidenten der USA stolpere.

Trump reagierte auf die Nominierung bei Twitter: „Vielen Dank!“ Zudem retweetete der US-Präsident eine Reihe von Links zu Medienberichten und Glückwünsch-Tweets. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte „Fox News“: „Dieser Präsident hat Frieden rund um die Welt geschaffen.“

Trumps Berater für Nationale Sicherheit, Robert O'Brien, hatte umgehend nach Ankündigung der Vereinbarung zwischen Israel und den Emiraten den US-Präsidenten als „Spitzenreiter“ für den Friedensnobelpreis ins Gespräch gebracht.

Trump selbst hatte bereits im vergangenen Jahr gesagt, er würde den Nobelpreis „für viele Sachen“ bekommen - „wenn man sie fair vergeben würde, was nicht der Fall ist“. Trumps Vorgänger Barack Obama war bereits zu Beginn seiner Amtszeit mit einem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Da Tybring-Gjedde Parlamentsmitglied eines souveränen Staates ist, ist ihm eine Nominierung gestattet. Für gewöhnlich werden pro Jahr etwa 300 Nominierungen beim Nobelpreis-Komitee eingereicht. Für den diesjährigen Friedensnobelpreis, dessen neuer Preisträger immer im Oktober bekanntgeben wird, kommt die Nominierung unterdessen zu spät.

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Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen am 15. September im Weißen Haus ein Abkommen zu der Mitte August angekündigten Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichnen. US-Präsident Trump erwartet für diesen „historischen“ Anlass am Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den Außenminister der Emirate, Abdullah bin Said, erklärte ein ranghoher Mitarbeiter des Weißen Hauses am Dienstag.

Durch das Abkommen würden die Emirate nach Ägypten und Jordanien das dritte arabische Land, das gegenwärtig diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält. Im Gegenzug für die Einigung will Israel die geplante Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland aussetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Dienstagabend: „Ich bin stolz darauf, nächste Woche auf Einladung des Präsidenten Trump nach Washington zu reisen und an der historischen Zeremonie im Weißen Haus zur Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen Israel und den Vereinigten Arabische Emiraten teilzunehmen.“ (Tsp, dpa)

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