5:4 gegen Nürnberg : Eisbären Berlin: Mit Macht und Wut

Die Eisbären erkämpfen ein 5:4 gegen Nürnberg. Am Ende stand der Sieg gegen die Ice Tigers mehrfach auf der Kippe.

Grund zum Jubeln. Die Eisbären trafen gegen Nürnberg fünfmal.
Grund zum Jubeln. Die Eisbären trafen gegen Nürnberg fünfmal.Foto: Imago

Charlie Jahnke stürmte allein auf das Nürnberger Tor zu. Der Stürmer der Eisbären zuckte kurz, dann versenkte er die Scheibe mit einem platzierten Schuss im linken Eck und riss die Arme hoch. Diesmal gab es keinen Zweifel an seinem ersten Treffer in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). So dachten fast alle in der mit 11 816 Zuschauern gut gefüllten Arena am Ostbahnhof am späten Sonntagabend. Doch dann der Schreck: Die Schiedsrichter berieten sich endlos lange Sekunden und entschieden dann tatsächlich: kein Tor. Das Spiel war zuvor unterbrochen gewesen, so lautete die Begründung. Die Fans pfiffen sich die Seele aus dem Leib, doch das änderte nichts. Jahnke, dessen vermeintliches Tor im vergangenen Heimspiel gegen Wolfsburg später Martin Buchwieser zugeschrieben wurde, ging erneut leer aus. Für seine Mannschaft galt das am Ende eines hektischen Spiels allerdings nicht – die Eisbären besiegten Nürnberg 5:4 (2:0, 1:3, 2:1) und liegen damit in der Tabelle weiter auf Platz sechs mit inzwischen schon elf Punkten mehr als der Gegner vom Sonntag.

Die Nürnberger gaben sich nie auf

Die Ice Tigers kamen mit der Empfehlung von zuletzt vier DEL-Niederlagen in Folge und dem Aus in der Champions Hockey League (CHL) nach Berlin. Martin Jiranek, derzeit Sportdirektor und Trainer in Personalunion, hatte daraufhin seine Reihen für das Spiel bei den Eisbären umgebaut. Leonhard Pföderl, immerhin Nationalspieler und einer der Olympia-Silberhelden, stand am Sonntag nur als 13. Stürmer auf dem Spielberichtsbogen und kam ganze 48 Sekunden zum Einsatz. Über die Zukunft des 25 Jahre alten Stürmers wird derzeit fleißig spekuliert. Wechselt er zur kommenden Saison womöglich nach Berlin? Entsprechende Gerüchte gibt es seit einigen Wochen, offiziell bestätigen mag die allerdings keiner der Beteiligten. Und so ist Pföderl derzeit so ein bisschen das Gesicht der Nürnberger Krise, der Halbfinalist der vergangenen drei Spielzeiten ist nur noch ein Schatten seiner selbst und beinahe schon abgeschlagener Tabellenzwölfter in der DEL.

Auch bei den Eisbären läuft derzeit längst nicht alles rund, sie konnten sich zuletzt aber immer wieder dank ihres tiefen Kaders Punkte erkämpfen und stehen vergleichsweise passabel da. Ihr 15. Saisonspiel gegen Nürnberg begannen sie sogar richtig stark. André Rankel bereitete das 1:0 von James Sheppard mustergültig vor, wenig später erhöhte Brendan Ranford in Überzahl auf 2:0. Die Gäste wirkten danach verunsichert, aber die Eisbären schaffen derzeit recht zuverlässig einen angeschlagenen Gegner wieder stark zu machen. Im zweiten Drittel agierten sie allzu sorglos, die Ice Tigers glichen erst den Zwei-Tore-Rückstand aus und dann auch die erneute Führung von Ranford.

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Hatten sich die Berliner nach Jahnkes Konter noch zu früh gefreut, durften sie dafür im letzten Drittel doch noch zwei Torpremieren bejubeln. Mark Cundari und André Rankel erzielten jeweils ihre ersten Saisontore und stellten das Ergebnis damit auf 5:3. Doch die Nürnberger gaben sich nie auf und kamen noch ein weiteres Mal heran. Am Ende stand der Eisbären-Sieg mehrfach auf der Kippe, ehe die Schlusssirene das Zittern beendete.

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