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78:73 gegen Ludwigsburg : Alba Berlin erreicht Final Four im Pokal

In einem echten Pokalkrimi besiegt Alba Berlin die Riesen Ludwigsburg an alter Wirkungsstätte in der Max-Schmeling-Halle knapp und steht im Final Four des Pokals.

Harte Arbeit für Alba - und auch Trainer Aito Garcia Reneses.
Harte Arbeit für Alba - und auch Trainer Aito Garcia Reneses.Foto: dpa

Der Heimvorteil ist in den meisten Sportarten statistisch belegt, so auch im Basketball. Bei Alba Berlin beschränkte sich dieser in den vergangenen Jahren aber auf die Arena am Ostbahnhof. Denn wenn die Berliner in die Max-Schmeling-Halle ausweichen mussten, lief es nur selten rund. Auch am Sonntag im Pokal-Viertelfinale gegen die Riesen Ludwigsburg sah es bis zur Halbzeit nach einer Niederlage aus. „In der ersten Hälfte haben sie uns dominiert“, sagte Albas Trainer Aito Garcia Reneses. Durch eine starke zweite Hälfte drehte Alba das Spiel aber noch und siegte in einem echten Pokalkrimi 78:73 (20:28, 15:14, 23:11, 20:20). Damit steht Alba zum sechsten Mal in Folge im Final Four und spielt am 16. und 17. Februar in Ulm um den vierten Pokalsieg in den letzten sechs Jahren. Dort treffen sie zunächst im Halbfinale auf Bayreuth.

An den 6105 Zuschauern in Albas alter Heimspielhalle lag es aber nicht, dass die Berliner gegen Ludwigsburg lange nicht zu ihrem Spiel fanden. Besonders ab Mitte des zweiten Viertels, als die Begegnung nach einem harten Foul von Dwayne Evans an Albas Point Guard Peyton Siva immer ruppiger wurde, unterstützten die Berliner Fans ihr Team frenetisch. Jeder Punkt wurde lautstark bejubelt, vor allem aber wurden die Gäste und das Schiedsrichtergespann gnadenlos ausgepfiffen. Siva musste nach der Aktion lange an der Schulter behandelt werden und verfolgte die zweite Halbzeit mit dem Arm in einer Schlinge von der Ersatzbank. Es besteht der Verdacht auf Schlüsselbeinbruch. Dafür kam Albas neuer Guard Steve Vasturia zu seinem ersten Einsatz. Auch Center Bogdan Radosavljevic durfte nach seiner Sprunggelenksverletzung erstmals wieder ein paar Minuten mitwirken.

Bei Peyton Siva besteht der Verdacht auf Schlüsselbeinbruch

Nachdem Alba im ersten Viertel ordentlich gestartet war, ließ sich das Team mehr und mehr auf das Spiel der Ludwigsburger ein. Das ist mit einer sehr intensiven Art für Zuschauer und Gegner nicht schön, war aber zeitweise sehr effektiv. Ludwigsburgs Trainer John Patrick nimmt eine große Anzahl an Fouls billigend in Kauf, um den Spielfluss des Kontrahenten zu unterbrechen und das gelang den Gästen mit dem treffsicheren Adika Peter-McNeilly (21 Punkte) gut. Denn Alba leistete sich viele Ballverluste und traf unüberlegte Entscheidungen. Heraus kam ein sehr emotionales Duell, das spielerisch nicht schön anzuschauen war. Ludwigsburg beging allein im zweiten Abschnitt zwölf Fouls und so kamen elf von Albas 15 Punkten von der Freiwurflinie.

Albas Trainer Aito Garcia Reneses, der lieber gute Ballzirkulation als solch ein wildes Auf und Ab sieht, war an der Seitenlinie sichtlich unzufrieden mit dem Spielverlauf. In der Halbzeitpause muss der Spanier aber die richtigen Worte gefunden haben, denn sein Team besann sich nun wieder mehr auf seine spielerischen Fähigkeiten. Mit einem schnellen 7:0-Lauf glich Alba den Pausenrückstand umgehend aus und nach vier Minuten lagen die Berliner erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung. „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Spielern, weil sie auch nach der Verletzung von Peyton immer an den Sieg geglaubt haben“, sagte Reneses.

Bei Ludwigsburg lief in dieser Phase gar nichts mehr zusammen. In den ersten sieben Minuten des dritten Viertels brachten die Schwaben mehr Ballverluste zustande als Punkte. So zog Alba mit mehreren erfolgreichen Dreipunktewürfen von Marius Grigonis und guter Verteidigung bis auf sieben Punkte davon. „Hier hat Alba das Spiel gewonnen“, sagte Patrick.

Im letzten Viertel mussten Alba und die Fans aber noch gewaltig zittern. Mit Grigonis (21), Joshiko Saibou (14), Akeem Vargas (11), Luke Sikma (10) und Dennis Clifford (10) punkteten gleich fünf Berliner zweistellig. 39 Sekunden vor Schluss gelang Ludwigsburg dennoch der Ausgleich. Ein spektakulärer Block von Dennis Clifford beim vorletzten Angriff des Spiels rettete den Berlinern jedoch den Sieg.

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