Ich vermisse Berlin sehr und versuche, so oft wie möglich nach Hause zu kommen.

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Baseballspieler Maximilian Kepler-Rozycki : "Vielleicht brauche ich noch ein paar Kilo mehr"

Als Sie 2009 den Vertrag bei den Twins unterschrieben haben, gab es damals großes Aufsehen in Deutschland um das Handgeld von 800.000 Dollar. Sie waren das teuerste jemals aus Europa verpflichtete Talent. Hat Sie das eher beflügelt oder eher belastet?

Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. 2009 war ich 17 Jahre alt und fast noch ein Kind. Mir ging auch nicht jeden Tag durch den Kopf, dass ich jetzt fast ein Millionär bin.

Aber wenn ich heute mit 21 so einen Vertrag unterschreiben würde, würde ich wahrscheinlich extravagante Sachen machen. Damals war mir das alles egal, ich war nur glücklich, dass ich nach Amerika gehen kann und dort Baseball spiele. Den Rest hat dann meine Mutter geregelt.

Sie sind jetzt seit 2009 fast dauerhaft in den USA. Fühlen Sie sich eigentlich noch als Berliner?

Auf jeden Fall. Klar, spreche ich jetzt schon mit amerikanischem Akzent, weil ich einfach so lange in Amerika bin. Aber ich vermisse Berlin trotzdem sehr und versuche, so oft wie möglich nach Hause zu kommen.

Was vermissen Sie denn am meisten an Berlin?

Orte wie den Mauerpark oder den Ku’damm. Und das Nachtleben in Berlin ist so viel anders als hier. Auch lernt man zu schätzen, wie praktisch die BVG sein kann. Dafür ist das Wetter hier etwas besser.

Sie waren auch mal Torwart in der Jugend von Hertha BSC. Verfolgen Sie die Entwicklung des Klubs noch?

So gut es geht, ich war ja auch früher mit John-Anthony Brooks auf derselben Schule in Zehlendorf. Leider haben wir nicht mehr so viel Kontakt, weil wir beide viel unterwegs sind. Aber eigentlich bin ich Fan von Borussia Dortmund. Das liegt an meinem Vater, der aus Polen stammt und natürlich die polnischen Spieler beim BVB unterstützt.

In den USA werden Sie der Einfachheit halber Max Kepler genannt? Haben Sie diese Namensverkürzung bewusst in Kauf genommen?

Ja, schon. Aber ich werde den Stadionsprechern in diesem Jahr sagen, dass sie mich mit meinem vollen Vornamen Maximilian ankündigen soll. Früher dachte ich, der Name ist eh zu lang, der passt nicht aufs Trikot und den Doppelnachnamen kann sowieso keiner aussprechen. Aber jetzt denke ich: Wieso eigentlich nicht?“

Mit Donald Lutz hat im vergangenen Jahr erstmals ein Deutscher in der MLB gespielt. Wie haben Sie das wahrgenommen?

Das war richtig toll, ich habe mich sehr für ihn gefreut. Dieses Jahr ist er ja auch wieder im Spring Training bei den Cincinnati Reds dabei und vielleicht schafft er es ja ins Team. Er ist in jedem Falle ein richtig guter Spieler geworden und hat eine große Zukunft vor sich.

Wann sehen wir Sie denn im MLB-Team der Twins?

Ich hoffe, 2015 oder 2016. Ich bin jetzt vier Jahre in der Organisation und wenn ich das dann mit 22 oder 23 Jahren schaffen würde, wäre das großartig.

Und gibt es auch einen Plan B, für den Fall, dass es nichts wird mit der Profi-Karriere?

Wahrscheinlich würde ich erst mal für ein paar Monate zurück nach Deutschland gehen, aber dann könnte ich mir vorstellen in den USA am College zu studieren.

Und was käme da für Sie in Frage?

(überlegt lange) Journalismus klingt doch interessant.

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