• Deutsch-deutsches Champions-League-Finale: Ist die Bundesliga die beste Liga der Welt?
Deutsch-deutsches Champions-League-Finale : Ist die Bundesliga die beste Liga der Welt?

Dominiert die Bundesliga bald durch ihre Finanzkraft den europäischen Fußball?

Die Bundesliga ist seit Jahren die profitabelste Liga Europas – aber bislang nicht die reichste. Zwar erwirtschafteten die deutschen Klubs 2011/12 erstmals knapp über zwei Milliarden Euro, aber die englische Premier League lag da mit einem Umsatz von etwa 2,8 Milliarden noch darüber. In der Wahrnehmung und den Einnahmen im Ausland, etwa durch Fanartikelverkäufe in Asien, liegen die englischen Klubs ebenfalls weit vor den deutschen. Da hofft DFL-Geschäftsführer Seifert nun auf neues Ansehen durch Dortmunds und Bayerns Erfolge.
Keine Liga erzielt höhere Gewinne als die Bundesliga, genutzt hat das den meisten deutschen Teams im europäischen Wettbewerb aber kaum. Englische, spanische und italienische Klubs häuften zwar immense Schulden an. Aber die Vereine dort sind, anders als in der Bundesliga, nicht vor Übernahmen durch Investorengruppen oder arabische Scheichs geschützt. Die Eigentümer spendierten einfach neues Geld. Oder die Kommunen halfen aus. Dazu profitierten die ausländischen Spitzenklubs von lukrativen Fernsehdeals. Die Bundesliga holt da auf, ab nächster Saison steigen die Fernseheinnahmen um 50 Prozent.
Große Hoffnungen setzten deutsche Fans zudem in das Financial Fairplay. Damit will der europäische Fußballverband Uefa die Klubs zu gewissenhafterem Wirtschaften anhalten. Wer künftig mehr ausgibt, als er einnimmt, muss fürchten, nicht mehr am Europapokal teilnehmen zu dürfen. Davon würden Vereine profitieren, die ohne Hilfe von außen ausgeglichene Bilanzen aufweisen. Der Wettbewerb in Europa würde ausgeglichener werden. Theoretisch zumindest. Denn die endgültige Einführung des Fairplays wurde bereits auf 2015 verschoben, erfolgt bislang nur schrittweise, die genauen Strafen bei Verstößen sind noch unklar. Ein Spielerberater hat bereits Beschwerde bei der EU-Kommission gegen die neuen Regeln eingelegt. Manager wie Horst Heldt vom FC Schalke 04 sind skeptisch: „Nur die Deutschen werden sich wieder artig daran halten. Aber gerade die großen europäischen Vereine werden Modelle entwickeln, die Vorgaben zu umgehen.“ Er muss es wissen: Schalke ist selbst hoch verschuldet und hielt sich in der Vergangenheit mit einem Darlehen von den Stadtwerken Gelsenkirchen über Wasser.

Wird Deutschland jetzt auch Weltmeister? Die Antwort auf der nächsten Seite.

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