Frankfurt in der Europa League : Zweierlei Maß beim Abseitstor

Ein irreguläres Tor ebnet der Eintracht den Weg gegen Benfica. Dass der Videobeweis erst im Finale eingesetzt wird, ist unsportlich. Ein Kommentar.

Da gab es etwas zu diskutieren. Pizzi (Benfica Lissabon) beschwert sich beim Schiedsrichter.
Da gab es etwas zu diskutieren. Pizzi (Benfica Lissabon) beschwert sich beim Schiedsrichter.Foto: Imago Images/Schüler

Um es vorweg zu nehmen: Ja, er ist Eintracht Frankfurt zu gönnen, dieser unglaublich wuchtige Erfolg der Hessen in der Europa League. Dieser auch zu einem erheblichen Teil von begeisterten Fans getragene Traum, der dem deutschen Pokalsieger nun ein Halbfinale gegen den großen FC Chelsea beschert. Alles gut aus Frankfurter Sicht.

Allerdings ist das, was Benfica Lissabon am Donnerstag beim Viertelfinal-Rückspiel widerfuhr, keiner Mannschaft zu gönnen. Die Portugiesen sind Opfer einer schweren Fehlentscheidung geworden. Das Abseitstor durch Filip Kostic zum Frankfurter 1:0 hätte nicht zählen dürfen. Benfica verlor am Ende 0:2 in Frankfurt, ein Tor zu hoch nach dem 4:2 im Hinspiel.

Aus Respekt vor den Geschlagenen verbieten sich angesichts der Begleitumstände eigentlich ungelenke Aussagen. Insofern lag Fredi Bobic einigermaßen daneben mit seinen öffentlich geäußerten Schilderungen der Empfindungen rund um die Szene zum Tor, das keines hätte sein dürfen. Frankfurts Sportdirektor sagte: „Schön, dass es noch Fehler gibt.“ Beim Videobeweis gebe es schließlich genauso viele Fehler. Und: Er habe dann ja schmunzeln müssen, dass an der Bank von Benfica alle nach dem Videobeweis geschrien hätten, obwohl es ja gar keinen gibt.

Dieser kommt in der Europa League erst im Finale zum Einsatz, oder ketzerisch formuliert: Ob vorher gerecht entschieden werden kann oder nicht, ist der Uefa weniger wichtig. Das sollte sich schleunigst ändern, denn in einem Wettbewerb mit zweierlei Maß zu messen, ist unsportlich. Wie es das übrigens auch im DFB-Pokal in dieser Saison war, da gab es den Videobeweis erst ab dem Viertelfinale.

Ganz so belustigend wie Bobic fanden die Portugiesen die Szene übrigens nicht. Ihr Trainer Bruno Lage musste nach seinen heftigen Protesten auf die Tribüne und würde somit zweites Opfer der Fehlentscheidung. Wäre Frankfurt so eine Ungerechtigkeit widerfahren - dann hätte Fredi Bobic sicher nicht geschmunzelt. 

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