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Hockey-WM : 0:1 gegen Spanien - WM-Aus für deutsche Frauen

Die deutschen Frauen haben das Halbfinale bei der WM in London verpasst. Dabei war die Mannschaft gegen Spanien eigentlich Favorit.

Spanien feiert (rechts), Deutschland trauert.
Spanien feiert (rechts), Deutschland trauert.Foto: dpa

Die deutschen Hockey-Frauen haben das Halbfinale bei der Weltmeisterschaft in London überraschend verpasst. Der favorisierte Olympia-Dritte scheiterte am Mittwoch im Viertelfinale mit 0:1 (0:0) am Außenseiter Spanien. Den Siegtreffer für den Weltranglisten-Elften erzielte Carmen Cano (54. Minute). „Wir haben nicht unser Spiel gespielt“, monierte Bundestrainer Xavier Reckinger. „Sowas passiert, wenn man seine Chancen nicht nutzt.“ Für sein Team war es nach einer verlustpunktfreien Vorrunde die erste Niederlage. 

Anders als noch beim 3:1-Sieg im Gruppenspiel gegen Spanien am Samstag tat sich der Weltranglisten-Sechste erstaunlich schwer, seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. Die Spanierinnen wirkten trotz des zusätzlichen Zwischenrunden-Matches am Montag gegen Belgien keineswegs müde. „Es hat unfassbar viel nicht geklappt, viele Technikfehler. Wir haben total viele Bälle verstoppt“, sagte Nike Lorenz mit Tränen in den Augen.

In der Vorrunde hatte Deutschland noch 3:1 gegen Spanien gewonnen

Die Deutschen erspielten sich zwar in der dritten Minute schon die erste Strafecke, konnten diese jedoch nicht verwerten. Kurz vor Ende des ersten Viertels scheiterte Charlotte Stapenhorst (12.) an der spanischen Keeperin Maria Ruiz. Auch im zweiten Viertel bemühte sich das Reckinger-Team um Spielkontrolle, lud den Außenseiter jedoch durch unnötige Ballverluste immer wieder zu Kontern ein.

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Ins dritte Viertel starteten die „Danas“ ebenfalls mit Druck, doch Lisa Altenburgs (32.) Schuss verfehlte das Gehäuse knapp, und Marie Mävers (45.) konnte den Ball frei vorm spanischen Tor nicht kontrollieren. Im Schlussviertel vergab Beatriz Pérez (48.) Spaniens einzige Strafecke, ehe Cano sechs Minuten vor Schluss den Siegtreffer markierte. Deutschland ersetzte Torfrau Julia Ciupka durch eine elfte Feldspielerin, doch Lorenz (60.) verzog auch die letzte Strafecke wenige Sekunden vor dem Ende.

Stapenhorst haderte: „Es ist so bitter, ich kann es nicht fassen. Man will und will und will es unbedingt und es geht nicht. Die mauern, spielen destruktiv und gewinnen“. Spanien trifft nun im Halbfinale am Samstag auf den Sieger der Begegnung Irland gegen Indien. Deutschland hatte zuletzt bei der WM 2010 in Rosario/Argentinien unter den besten vier Nationen gestanden. (dpa)

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