Saisonziel in der Fußball-Bundesliga : Hertha BSC wird ein bisschen forscher

Die interne Umfrage nach dem Saisonziel ergab: Hertha will sich im Vergleich zu Platz zehn in der Vorsaison verbessern – und endlich ins DFB-Pokalfinale.

Manager Michael Preetz und Hertha BSC wollen sich verbessern.
Manager Michael Preetz und Hertha BSC wollen sich verbessern.Foto: Monika Skolimowska/dpa

Pal Dardai machte einen Witz. Er gab das Wort an Michael Preetz, den Manager – weil bei Hertha BSC nicht nur die Aufstellung von oben vorgegeben werde, sondern auch das Saisonziel. Also sagte Preetz: „Wir wollen Meister werden. Alles andere wäre für uns eine große Enttäuschung.“ Was natürlich ebenfalls ein Scherz war. Seitdem Dardai Cheftrainer des Berliner Fußball-Bundesligisten ist, wird das Saisonziel nicht von oben verfügt, sondern in freier und gleicher Wahl ermittelt. Jedes Mitglied des Teams im weiteren Sinne darf sagen, was er meint, und zumindest in diesem Jahr gab es einen deutlichen Abweichler. Champions League, hatte einer der Wahlberechtigten auf seinen Wahlzettel geschrieben. „Leider hat er damit keine Mehrheit gefunden“, berichtete Manager Preetz.

Das amtliche Endergebnis fiel weit bescheidener aus. Hertha will sich verbessern im Vergleich zur Vorsaison, als die Mannschaft in die Top Ten wollte und als Zehnter eine Punktlandung hinlegte. Ein einstelliger Tabellenplatz, „das ist das offizielle Ziel“, sagte Preetz. Zudem bleibt es dabei, dass die Berliner auch diesmal wieder das DFB-Pokalfinale erreichen wollen. Seitdem das Endspiel im Olympiastadion ausgetragen wird, seit 1985, ist das den Profis noch nie gelungen.

Marko Grujic drängt in die Startaufstellung

Manager Preetz gibt zu, dass viele Klubs, die mit Hertha im selben Segment konkurrieren, erhebliche Anstrengungen unternommen hätten. Der VfB Stuttgart, der ordentlich investiert hat, wäre in diesem Zusammenhang zu nennen. Oder der SV Werder Bremen, der sich die Qualifikation für den Europacup zum Ziel gesetzt hat. Hertha hingegen hat gerade mal ein Viertel der Transfererlöse (rund 17 Millionen Euro für Mitchell Weiser und Genki Haraguchi) für neue Spieler ausgegeben. Der Klub setzt auf eine gewachsene Mannschaft, hat laut Preetz aber auch spannende Spieler dazu bekommen.

Im DFB-Pokal gegen Braunschweig stand jedoch keiner von ihnen in der Startelf. Zum Bundesligastart gegen Aufsteiger Nürnberg (Samstag, 15.30 Uhr) hat nun gerade der Spieler gute Chancen auf sein Debüt, den Hertha erst am Wochenende verpflichtet hat. Marko Grujic, Leihgabe aus Liverpool, könnte es laut Dardai sogar in die Startelf schaffen, die dann vermutlich in einer 4-2-3-1-Formation auflaufen würde. „Der Junge ist gut“, sagt Herthas Trainer über Grujic, „der erste Eindruck sehr gut.“ Stefan Hermanns

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