Skisprung-Bundestrainer : Werner Schuster hinterlässt den Erfolg

Die jahrelange Basisarbeit von Bundestrainer Schuster macht es für seinen Nachfolger leicht. Der kann nicht mehr viel falsch machen. Ein Kommentar.

Talentschmied. Werner Schuster mit Olympiasieger Andreas Wellinger.
Talentschmied. Werner Schuster mit Olympiasieger Andreas Wellinger.Foto: Imago/Eibner

Als Severin Freund bei der Weltmeisterschaft 2015 zur ersten deutschen Einzel-Goldmedaille seit 15 Jahren sprang, konnte es Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster selbst kaum glauben. Und er konnte sich wohl kaum vorstellen, dass das erst der Anfang einer großen Erfolgsgeschichte sein sollte. Mit Andreas Wellinger formte Schuster einen Olympiasieger, und in Richard Freitag und Markus Eisenbichler Springer, die um den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee mitsprangen. Der Höhepunkt war die WM in Seefeld in diesem Winter, als die Deutschen gleich mehrfach Weltmeister wurden. Allerdings sind die Top-Leistungen, die Schuster aus dem Skisprung-Team herauskitzelte, nur die Spitze des Eisbergs. Sein größter Erfolg ist an der Basis wiederzufinden.

Schuster hinterlässt ein bestelltes Feld

Bevor Werner Schuster 2008 Bundestrainer wurde, gab es in Martin Schmitt nur einen ernstzunehmenden Siegspringer. Seitdem war Schuster vor allem als Talentschmied gefragt und verpasste dem deutschen Skispringen mehrere neue Gesichter. Allein seit November 2016 gewannen unter der Leitung des Österreichers in Severin Freund, Richard Freitag, Andreas Wellinger, Karl Geiger und Markus Eisenbichler fünf Springer mindestens einen Weltcup. Gerade als Team sind die Deutschen inzwischen wieder gefürchtet.

Schuster hinterlässt eine bestens aufgestellte Weltcup-Mannschaft, hinter der auch hoffnungsvoller Nachwuchs wartet. Der 19-jährige Constantin Schmid beispielsweise springt mittlerweile häufig unter die besten 15. Für den mutmaßlichen Nachfolger von Schuster könnten die Voraussetzungen also kaum besser sein. Mit Stefan Horngacher, der als neuer Bundestrainer gehandelt wird, braucht der Deutsche Skiverband den mit Schuster eingeschlagenen Weg nach dieser so erfolgreichen Saison im Prinzip nur weiterzuführen - und das sollte der frühere Co-Trainer Schusters sicherlich hinbekommen. Für Horngacher dürfte es eher schwierig werden, keinen Erfolg zu haben.

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