"Spannendes und gutes Datum" : Berlin weiter an Olympia 2036 interessiert

2032 kommt für Berlin zu früh. Das Interesse an den Spielen vier Jahre später sei aber weiter vorhanden, sagt der LSB - trotz des historischen Hintergrunds.

1936 fanden die Olympischen Spiele zuletzt in Berlin statt - und wurden von den Nazis als Propagandainstrument missbraucht.
1936 fanden die Olympischen Spiele zuletzt in Berlin statt - und wurden von den Nazis als Propagandainstrument missbraucht.Foto: Christoph Soeder/dpa

Der Landessportbund Berlin hält Olympische Spiele 2036 in Berlin trotz einer Vorentscheidung des Deutschen Olympischen Sportbunds für eine Rhein-Ruhr-Bewerbung für 2032 weiterhin für möglich. „Das Interesse für 2036 ist klar vorhanden, aber es gibt keine Fixierung darauf“, sagte LSB-Direktor Friedhard Teuffel am Mittwoch. „Berlin ist in der Lage, Olympische Spiele auszurichten.“

Teuffel sagte, dass 2032 für Berlin „einfach zu früh“ komme, da das Vergabeverfahren des Internationalen Olympischen Komitees voraussichtlich bereits 2022 beginne. „Wir haben 2021 die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und werden erst danach eine Regierungskonstellation haben. Es macht keinen Sinn, eine Bewerbung im Hauruck-Verfahren anzuschieben“, sagte er.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte auch auf Grundlage einer Forsa-Umfrage in einem dpa-Interview mitgeteilt, dass die nordrhein-westfälische Initiative „eindeutig die bessere Ausgangslage als derzeit Berlin“ habe.

Zu einer Berliner Kandidatur für Olympia genau 100 Jahre nach den von den Nationalsozialisten missbrauchten Spielen in der Hauptstadt sagte der LSB-Direktor: „2036 halten wir für ein spannendes und gutes Datum, weil es ein Zeichen dafür setzen könnte, wie sich Deutschland verändert hat.“ Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte einer Bewerbung aus Berlin für 2036 wegen des belasteten Termins eine Absage erteilt.

Über die Rhein-Ruhr-Bewerbung sagte Teuffel: „Wenn der DOSB Rhein-Ruhr ins Rennen schickt, drücken wir die Daumen und freuen uns, wenn Olympische Spiele nach 1972 wieder in Deutschland sind.“ (dpa)

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