TTC Eastside : Hohe Ziele, hohe Siege

Tischtennis-Meister TTC Eastside gewinnt in dieser Saison bisher durchweg glatt – zudem hilft die Konkurrenz unfreiwillig.

Stark in Form. Bernadette Szöcs (hier im Einsatz für Rumänien).
Stark in Form. Bernadette Szöcs (hier im Einsatz für Rumänien).Foto: Vio Dudau/dpa

Fast wäre es gleich im ersten Spiel gegen den TTK Anröchte passiert. Matilda Ekholm und Kathrin Mühlbach vom Deutschen Tischtennis-Meister TTC Eastside hatten im Doppel gegen Aimei Wang/Yang Henrich mehrere heikle Situationen zu überstehen, wehrten unter anderem einen Matchball ab. Am Ende stand ein Fünfsatzsieg und kurze Zeit später ein 6:0-Sieg.

Auch in den beiden anderen Bundesligaspielen gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim und den TSV Schwabhausen ging es schnell: 6:0 und wieder 6:0. Dazu kamen insgesamt drei 3:0-Erfolge im deutschen Pokal und der Champions League. Aufgrund von Spielverlegungen war Eastside mit einem Block von sechs Partien am Stück in Berlin gestartet, dieser endete mit einer perfekten Bilanz. Nun stehen fünf Begegnungen hintereinander in fremder Halle an.

Die erste an diesem Dienstagabend in der Champions League bei CP Lyssois Lille. Das ist der bisher anspruchsvollste Gegner der Saison, angesichts des Berliner Aufgebots mit den Zugängen Fu Yu und Bernadette Szöcs sowie der in überragender Form spielenden Shan Xiaona und Nina Mittelham ist ein weiteres „zu Null“ aber auf jeden Fall möglich.

Die bisherigen Siege waren wegen des ebenso starken wie breiten Kaders zu erwarten. Auch die Deutlichkeit kam nicht unerwartet. Sechs Mal mit dem höchsten aller möglichen Ergebnisse zu gewinnen, ist allerdings nicht selbstverständlich. Das sei schön, findet Manager Andreas Hain, „aber das Beste war die Niederlage von Kolbermoor“. Die als größter Konkurrent um die Meisterschaft eingeschätzte DJK Kolbermoor, Finalgegner der vergangenen Saison, verlor zuletzt ersatzgeschwächt 2:6 beim TuS Bad Driburg. Damit sind in der Tabelle nur noch Eastside und Bad Driburg ohne Verlustpunkt.

Der ohnehin große Favorit aus Berlin ist damit schon jetzt dem Titel ein gutes Stück nähergekommen, denn in dieser Saison gibt es keine Play-offs. Hain sieht Kolbermoors Ausrutscher aber nicht nur positiv: „Wenn du einmal Verletzungspech hast und dann so ein Spiel verlierst, kann bei dem Modus die ganze Saison früh in die Binsen gehen.“ Sollte Eastside im Dezember gegen Kolbermoor und Bad Driburg gewinnen, wäre die Spannung schon vor Weihnachten raus. Kein schönes Szenario für eine Liga, die um jedes bisschen Aufmerksamkeit kämpfen muss. Und eines, das es mit Play-offs nicht geben würde.

Erst einmal muss Eastside, das in dieser Saison drei Titel holen will, aber weiter die Pflicht erfüllen. Dass das am Samstag beim TV Busenbach und am Sonntag beim SV Böblingen gelingt, dürfte außer Frage stehen. Hain sagt über Böblingen zwar: „Das ist ein gefährlicher Gegner.“ Vor allem wegen Qianhong Gotsch, die auch im Alter von 51 Jahren zu den stärksten Spielerinnen der Liga gehört. Trotzdem wären alles andere als zwei sehr klare Siege für den Spitzenreiter am Wochenende eine große Überraschung. Und genau das, sehr klare Siege, will Eastside. So wie bisher auch. Für die Serie. Aber vor allem für das Spielverhältnis. Vielleicht wird das ja am Ende in der Tabelle doch wichtig. Sebastian Schlichting

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