Überraschung ohne Flügel : Marius Bülter sucht beim 1. FC Union seine Form

Marius Bülter ist schnell, robust, hat Zug zum Tor. Gegen Köln hofft der Mittelfeldmann von Union auf einen Platz in der Startelf.

Nicht die beste Technik, aber Mut zum Dribbling: Unions Marius Bülter.
Nicht die beste Technik, aber Mut zum Dribbling: Unions Marius Bülter.Foto: dpa

Marius Bülter startet knapp hinter der Mittellinie, sprintet zwischen zwei Gegenspielern hindurch bis in den Strafraum, zieht mit einem Haken nach innen und sucht schnell den Abschluss. Diese Szene aus dem Training des 1. FC Union am Mittwoch ist eine gute Zusammenfassung der Qualitäten des 26 Jahre alten Linksaußen. Bülter ist schnell, robust, hat Zug zum Tor und setzt sich im Dribbling trotz eher durchschnittlicher Technik immer wieder durch.

Im Training reicht es nach seinem Alleingang nicht zu einem Tor und auch bei der knappen Niederlage am vergangenen Freitag auf Schalke scheiterte er zwei Mal knapp. Das Abschlussglück, das ihn mit drei Toren zum Überraschungsspieler der Anfangsphase dieser Saison machte, fehlt momentan etwas.

Union steht mit 16 Punkten besser da als erwartet

Nachdem Bülter an den ersten zehn Spieltagen immer von Anfang an auf dem Platz gestanden hatte, pendelt er aktuell zwischen Startelf und Bank. „Ich sehe das nicht als Tief“, sagt Bülter. Gegen Mainz und Gladbach setzte Unions Trainer Urs Fischer mit Erfolg auf ein leicht verändertes Offensivsystem. „Da gab es keine Flügelspieler und das war für mich auch kein Grund, mir großartig Gedanken zu machen“, sagt Bülter.

Gegen Schalke kehrte Fischer zum 3-4-3-System zurück – und Bülter damit in die Startelf. Besonders in der ersten Halbzeit zeigte er eine ordentliche Leistung und zwang Alexander Nübel mit einer typischen Aktion zu einer starken Parade: Haken von links in die Mitte und Schuss mit dem starken rechten Fuß auf das lange Eck. „Die Niederlage war schon bitter und wir waren am Wochenende ein bisschen niedergeschlagen“, sagt Bülter. „Jetzt liegt der Fokus aber voll auf Köln.“

Im Heimspiel gegen den Mitaufsteiger könnte Union am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Bei einem Sieg hätten die Berliner schon elf Punkte Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze. „Die Spiele gegen die direkten Konkurrenten sind die wichtigsten, das haben wir vor der Saison schon gesagt“, betont Bülter, dessen Einsatzchancen wie so oft von Fischers taktischen Plänen abhängen.

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Auch wenn Köln seit sechs Pflichtspielen nicht mehr gewonnen, dabei nur einen Punkt geholt und bereits den Trainer gewechselt hat, sieht Bülter sein Team nicht als klaren Favoriten: „Wir wissen schon, was Köln für Qualitäten hat, und gegen eine Mannschaft mit neuem Trainer ist es immer schwierig.“

Anders als die Kölner steht Union mit 16 Punkten bisher sogar besser da als erwartet, ausruhen wollen sich die Berliner auf der guten Bilanz aber nicht. An den letzten vier Spieltagen der Hinrunde warten mit Düsseldorf, Köln und Paderborn noch der 15., 17. und 18. der Bundesliga-Tabelle auf Union. „25 Punkte zur Winterpause wären schon ein Traum“, sagt Bülter.

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